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DJ Bobo in Rostock : Dompteur auf der Bühne

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

DJ Bobo ist mit seiner neuen Show „Circus“ auf Tour – und heute auch in Rostock zu Gast

Mehr als 14 Millionen Alben hat der Schweizer Peter René Baumann im Laufe seiner Karriere verkauft – doch wer von diesen Käufern bekennt sich heute noch zu DJ Bobo? Jener Kunstfigur in grellen Fantasie-Kostümen, in die der Schweizer seit 1992 immer wieder geschlüpft ist, um mit Dance-Musik die Massen zu beglücken. „Circus“ heißt seine neue Show, wie immer spart der Eidgenosse dabei auf der Bühne weder an Opulenz noch an Glamour und Glitzer. Vor seinem Auftritt am 15. Mai in Rostock traf Christoph Forsthoff einen Star, der eigentlich keiner sein will.

22 Jahre DJ Bobo – wie schafft es René Baumann, auch mit 46 Jahren noch voller Enthusiasmus auf der Bühne zu stehen?
DJ Bobo: Indem ich nicht zu viel auf der Bühne stehe, mich nicht selbst verbrenne und gelernt habe, mit meinen Gefühlen zu haushalten. Und vor allem ein ausgeglichenes, langweiliges Leben habe, wo Privat- und Bühnenleben in Einklang stehen. Dann geht das, denn dann bist du hungrig und willst wieder raus.

Und wie gelingt es Ihnen, ein langweiliges Privatleben zu führen?
Das ist nicht so leicht. Du brauchst ein ganz stabiles Umfeld, vor allem eine Familie. Wir haben zwei Kinder – sieben und elf Jahre – und die sorgen natürlich für Normalität: Sie bestimmen den Rhythmus und du richtest dich nach – so kann man es schaffen, ein langweiliges Leben zu haben. Was ich jedem nur empfehlen kann.


Sie stehen also zu Hause nicht unter der Fuchtel Ihrer Frau, sondern unter der Ihrer Kinder?
Nein. Ich bin ein sehr strenger Vater in puncto Respekt, Anstand – so ganz grundsätzliche Dinge. Aber wenn es etwa um Schule geht, bin ich nicht streng: Wichtig ist mir, dass er pünktlich da ist, seine Sachen macht oder auch Respekt gegenüber seinen Mitschülern zeigt. Und wenn Papi etwas sagt, dann ist das so – und dann wird das auch gemacht.


Das klingt fast ein wenig pedantisch…
…macht aber das Ganze sehr viel einfacher. Und die Kinder lieben es, denn wenn die Schranken einmal gesetzt sind, bewegen sie sich ganz frei innerhalb dieser und haben den größten Spaß – und kommen auch kaum an diese Schranken heran.

Wie kommen die Kinder mit der Popularität ihres Vaters klar?
Noch ist Papi der Größte, denn die anderen Kinder in der Schule finden den DJ Bobo großartig. Doch ich bereite den Großen darauf vor, dass der Tag kommen wird, wo andere Kinder gegen seinen Vater sind – und wie er sich dann verhalten soll. Denn ich möchte nicht, dass er dann gleich losprügelt, weil er dann am Ende darunter leiden wird.

Zu Ihren Konzerten kommen Kinder und Besucher jenseits der 80. Eine unglaubliche Altersspannbreite. Haben Sie eine Erklärung?
Am Anfang haben mich die Kids groß gemacht – und danach haben mich nicht alle fallengelassen, zudem sich viele Erwachsene neu dazugekommen. Wahrscheinlich strahlt die Figur des DJ Bobo auch diese Breite aus, diesen Respekt vor allen Generationen, so dass man sich da gerne hinbegibt und von dem Typen einen Abend lang domptieren lässt.

DJ Bobo, der Dompteur der Massen?
Es ist schon heftig, was da bei den Konzerten passiert, wie sich alle emotional mitziehen lassen. Ganz gleich, ob du Kind bist oder 70 oder 80, du spürst: DJ Bobo ist harmlos – der will mir nichts Böses, der will mir nur Gutes.

Macht diese Harmlosigkeit das Charakteristische der Figur des DJ Bobo aus?
Sein größtes Gut ist wirklich, dass diese Harmonie funktioniert. Ich bin extrem geerdet, und wahrscheinlich strahlt die Figur das auch aus.

Ihre Shows sind reichlich bombastisch – erfüllen Sie sich da Fantasien aus Kindertagen?
Nein, gar nicht. Es ist einfach die Art von Shows, die ich mir gern anschauen würde, und irgendwann habe ich da vom Publikum eine gewisse Narrenfreiheit bekommen. Insofern kann ich da auf der Bühne schon weitergehen, als der geerdete Bobo in mir das zulässt, und fühle mich auch gut dabei. Aber nur auf der Bühne – hier draußen wären mir goldene Kostüme schon wieder peinlich.



 

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