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Dreharbeiten in Güstrow : „Die Hüter des Nebelschatzes“

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Roland Blum beendet in dieser Woche seine Dreharbeiten zu der ZDF-Dokumentation. Gestern Güstrower Schlossquell besucht

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2016 | 05:00 Uhr

„Die Hüter des Nebelschatzes“ – ein Dokumentarfilm von Roland Blum – über die Nebel ist im Kasten. Das ZDF sendet den 30-minütigen Streifen am 22. Mai, 16.30 Uhr, am Tag der Biodiversität (Artenvielfalt) in seiner Reihe „planet e.“

Blum will verdeutlichen, wie sich um die Wasserqualität eines der artenreichsten Gewässer im Norden Deutschlands gekümmert wird. Blum hat recherchiert, dass es rund 30 Fischarten in der Nebel gibt, darunter die Flussmuschel und das Neunauge. „Ein Beweis für die vorzügliche Qualität des Nebel-Wassers sind auch die Süßwasser-Schwämme im Durchbruchstal bei Serrahn“, sagt Blum. Genauso wichtig ist die Bedeutung der Nebel für das Trinkwasser der Hansestadt Rostock. Blum: „38 Prozent des Warnow-Wassers kommen aus der Nebel. Allein daraus ergibt sich die Bedeutung für eine hohe Wasserqualität.“

Der Dokumentarfilmer spannt den Bogen seiner Arbeit von der Wende, über die Veränderungen in den vergangenen Jahren bis zu aktuellen Belastungen der Fisch- und Landwirtschaft durch Massentierhaltung, Insektizide, Pestizide, Kunst-Dünger und Monokulturen wie Mais. Blum will wissen, ob sich die Nebel unter diesen Bedingungen mit ihrem Reichtum weiter behaupten und „ordentliches Trinkwasser“ für Rostock sichern kann. „Ich bin nicht vermessen, etwas zu verlangen. Aber ich möchte mit dem Film auf die Pflicht und Verantwortung für das Wasser als wertvollstes Gut des Menschen für das Leben hinweisen“, nennt er das wichtigste Ziel des Dokumentarstreifens.

Dafür weilte der national und international bekannte Filmemacher mit seinem Team, zu dem Kameramann Raffael Müller und Toningenieur Tobias Schinko gehören, innerhalb eines Jahres an 25 Drehtagen an der Nebel (wir berichteten), von den Quellseen im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide, über die Warnow bis in die Hansestadt Rostock. Er drehte in der Teichwirtschaft Dobbin, im Landwirtschaftsbetrieb Baldermann in Dobbin, mit Schülern im Nebel-Durchbruchstal und unternahm eine Bootstour mit dem Elektro-Trimaran auf der weitestgehend naturbelassenen Warnow von Bützow nach Schwaan. Am vergangenen Wochenende weilte er im Wildpark Güstrow. Hier traf er an der Fischtreppe und im Aqua-Tunnel wieder mit den Krakower Schülern zusammen. Sonnabend besuchte er mit Krakows Bürgermeister Wolfgang Geistert in Groß Bäbelin den neuen Standort eines Wasserwerkes. „In Krakow am See sind die Brunnen zwar noch nicht so belastet, dass sie geschlossen werden müssen. Aber das neue Wasserwerk ist eine notwendige Investition in die Zukunft“, erfuhr er.

Besonders in Krakow am See muss Blum an die Wendezeit zurückdenken, als er für seinen ZDF-Film „Seen und Alleen“ sowie seinen Fernseh- und Kino-Film „Mitgift“ drehte, wie das Abwasser ungeklärt in den Krakower See lief bzw. am See die Mechanischen Werkstätten eine Lackiererei betrieben. Das gehört allerdings längst der Vergangenheit an und zählt zu den messbaren Erfolgen entlang des Flusses.

Gestern war Roland Blum bei Güstrower Schlossquell und erfuhr, dass es zwischen der Nebel und dem Grundwasserleiter und zu den acht Brunnen des Betriebes in bis zu 60 Metern Tiefe keine direkte Verbindung gibt. Unabhängig davon versicherte Juliane Daum, Leiterin der Qualitätssicherung, dass täglich, ja stündlich bei jeder neuen, abgefüllten Charge Kontrollen stattfinden würden.

Die letzten Drehtage hat die Blum-Crew ab Freitag an der neuen Fischaufstiegsanlage in Parum und bei den Müritz-Fischern auf dem Krakower See.

Dort werden zwei Protagonisten dabei sein, die Blum über den gesamten Film begleitet haben: Sebastian Lorenz, Krakower Vogelkundler und Geowissenschaftler, und Volker Thiele, Geschäftsführer von „biota“ Bützow und Spezialist für Fischaufstiegsanlagen. Blum: „Sie zeigen, dass sich einzelne Menschen sowie Firmen und Behörden für die Nebel engagieren. Das muss auch sein, denn eine verseuchte Nebel wäre für die Fische und das Trinkwasser in Rostock eine Katastrophe.“

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