zur Navigation springen

Neuer Intendant der Festspiele MV : Die Festspiele werden noch festlicher

vom

Führungswechsel bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern: Ab 2014 wird Markus Fein neuer Intendant des renommierten Klassikfestivals. Seine Pläne für die Festpiele:

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2012 | 06:29 Uhr

Schwerin | "Einen Jocker" nannte der Intendant der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Matthias von Hülsen, gestern seinen Nachfolger Dr. Markus Fein. Der 41-Jährige steigt ab sofort in die Programmplanung für die Sommersaison 2014 ein, während die Festspiele im Jahr 2013 noch von Matthias von Hülsen und seinem Künstlerischen Direktor, dem Star-Violinisten Daniel Hope, verantwortet werden.

Beide, so gestern der Eindruck, werden den Festspielen verbunden bleiben. Dr. von Hülsen, der die Festspiele vor 23 Jahren gründete und mehr als 17 Jahre ihr Chef war, wird im kommenden Jahr 70, Daniel Hope, der in seinen mehr als 20 Jahren bei den Festspielen als Musiker und Impulsgeber das Festival geprägt hat wie kaum ein anderer, freut sich nach Auslaufen seines Vertrages auf eine Zeit, "wo mir die spannendsten und kreativsten Impulse in meinem bisherigen Leben geboten werden".

Markus Fein, 1971 in Frankfurt/M. geboren, studierte Angewandte Kulturwissenschaften an der Universität Lüneburg sowie Musikwissenschaft und Kunstgeschichte in Wien und Hamburg, wo er auch seine Doktorarbeit schrieb. Schon als Student arbeitete er als Konzertdramaturg und Festivalleiter. Später wurde er Künstlerischer Leiter der Sommerlichen Musiktage Hitzacker und Intendant der Niedersächsischen Musiktage - als Festival in einem riesigen Flächenland vergleichbar mit den Festspielen MV.

Als Dramaturg und Programmplaner entwickelte Fein bei den Berliner Philharmonikern gemeinsam mit dem Chefdirigenten Simon Rattle neue Konzertreihen und Festivals mit.

Von sich reden machte Feins Gesprächskonzertreihe "2 x hören", in der ein Werk vor und nach dem Gespräch mit den Musikern aufgeführt wird. Mit "2 x hören" war Markus Fein bereits bei den Festspielen MV zu Gast, wo von Hülsen, wie er verriet, erste feine Kontakte zu seinem künftigen Nachfolger knüpfte.

"Ich liebe Festivals", so Fein gestern, "da knistert es, da muss man Publikum und Musiker zusammenbringen, fragen, wo das Publikum von morgen ist, wie man mit neuen Formaten klassische Musik einem erwachsenen Publikum vertraut machen kann, ohne gleich didaktisch zu werden."

Bei den Festspielen MV - "meine Arbeit fängt heute an" - will der desig-nierte Intendant Bewährtes fortsetzen und natürlich eigene Akzente setzen.

"Es wird weiter ganz viel Mecklenburg-Vorpommern in den Festspielen MV geben", so Fein. "Wir spielen überall im Land." Es gehe nicht darum, mit eingeflogenen Stars "Kasse zu machen", vielmehr solle es ein Festival für alle sein. Die Reihe "Junge Elite", einmalig in der Festivallanschaft, wird weiter den Stars von morgen ein Podium bieten, so dass sie dann später, als gefeierte Künstler, gern nach Ulrichshusen oder Hasenwinkel zurückkehren. Auch ein "Preisträger in Residence" wird das Programm eines Festivaljahres mit seinen Idee mit prägen.

Sehr am Herzen, so Markus Fein, der mit seiner Lebensgefährtin und seiner 12-jährigen Tochter "natürlich nach Mecklenburg-Vorpommern ziehen" werde, liege ihm Musik aus MV. "Wenn es diese Reihe nicht schon gäbe, hätte ich sie erfunden." Er freue sich auf den Kontakt zu den Kulturschaffenden des Landes, auch auf die Leiter der Museen. Er könne sich gut vorstellen, Verbindungen zwischen der Kunst des Landes und der Musik zu knüpfen, etwa zu Caspar David Friedrich oder Philipp Otto Runge.

Und wie es der Name Festspiele schon sagt, will der Intendant weitere festliche Formate entwickeln, etwa ein Mittsommerfest oder einen Festspielball.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen