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Witwe oder Fanclub – wem gehört der Bart? : Der ewige Zappa-Streit

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Wer hat die Rechte an Frank Zappas Bart? Über diese Frage hat der Bundesgerichtshof gestern verhandelt. Zur diesjährigen "Zappanale" wird indes Schock-Rocker Alice Cooper auf der Galopprennbahn in Bad Doberan erwartet.

svz.de von
erstellt am 16.Feb.2012 | 11:12 Uhr

Karlsruhe | Wer hat die Rechte an Frank Zappas Bart? Über diese Frage hat der Bundesgerichtshof (BGH) gestern in Karlsruhe verhandelt - und braucht noch etwas Zeit für eine Entscheidung.

Der Hintergrund dieses seit Jahren vor vielen Gerichten, von einer Instanz zur nächsten ausgetragenen bizarren Streits: Der Witwe des 1993 gestorbenen Rockstars, Gail Zappa, gehört die Marke "Zappa". Mit ihrer Klage wehrt sie sich gegen den Veranstalter des Bad Doberaner "Zappanale"-Festivals und zugleich gegen den Zappa-Fanclub, der diese mehrtägigen Konzerte einmal im Jahr ehrenamtlich organisiert.

Außerdem verwendet die "Zappanale" den stilisierten, buschigen Schnauzbart des Musikers als Logo und für Merchandising-Artikel. Ein ähnliches Symbol hatte sich die Klägerin aber schon vorher sichern lassen.

Die Witwe hatte wegen Markenrechtsverletzungen von den Veranstaltern für den Verkauf von Fanartikeln und Festival-CDs Schadenersatz in Höhe von 150 000 Euro gefordert.

Vor dem BGH ging es zunächst darum, ob es die Marke "Zappa" in Deutschland überhaupt noch gibt. Nur dann könnte Zappas Witwe Schadensersatz und Unterlassung verlangen. Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hatte in der Vorinstanz geurteilt, dass Gail Zappa ihre Marke in der EU und in Deutschland lange Zeit nicht mehr benutzt habe. Deswegen sei sie inzwischen verfallen. Deshalb, so das OLG, dürfe der Fanclub die "Zappanale" weiterhin ausrichten, eine gleichnamige Internetseite betreiben und Fanartikel anbieten.

Zugunsten von Gail Zappa könnte sprechen, dass sie noch immer die offizielle Zappa-Homepage betreibt - mit einem Link auf verschiedene Zappa-Produkte. Ob das reicht, um eine Marke in Deutschland am Leben zu halten? Wie der Vorsitzende Richter gestern in der Verhandlung andeutete, will sich der BGH mit der Beratung wahrscheinlich noch etwas Zeit lassen.

Zappanale-Gründer Wolfhard Kutz, der das Festival 2002 aus der Taufe hob, beteuert immer wieder, dass alle Einnahmen des Festivals und von Merchandising-Artikeln in Organisation und Künstlergagen fließen würden.

Zur diesjährigen "Zappanale" (1. bis 5. August 2012) wird Schock-Rocker Alice Cooper auf der Galopprennbahn in Bad Doberan erwartet. Er werde am 5. August zum Abschluss des Rockfestivals auftreten, teilten die Veranstalter mit. Zappanale-Organisator Wolfhard Kutz sagte, das Festival wolle sich in Richtung Hardrock öffnen. "Nur mit Außenseiter-Musik allein wird es in der Zukunft nicht mehr gehen." Zudem werde das Festival erstmals um einen auf fünf Tage verlängert.

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