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Theater : Das Lampenfieber steigt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

An den großen Theatern des Landes steht die Saisoneröffnung bevor. Rostock mit extremem Programm.

von
erstellt am 10.Sep.2014 | 11:50 Uhr

Die Theater in Mecklenburg-Vorpommern starten in den kommenden Tagen in die neue Spielzeit. Trotz Sparzwangs, Personalabbaus und teils lausiger Bezahlung von Künstlern haben sie ambitionierte Programme vorbereitet. Erstaunen ruft Rostock hervor.

Der neue Volkstheater-Intendant Sewan Latchinian hat mehr als 50 Premieren angekündigt – der Umfang dieses Mammutprogramms lässt sich ermessen, wenn man an das etwas größere Mecklenburgische Staatstheater Schwerin schaut. Dort sind 24 Premieren geplant. Ein Blick in die Spielpläne 2014/15 der vier Mehrspartentheater:

MECKLENBURGISCHES
STAATSTHEATER SCHWERIN

Offizieller Saisonstart ist am Freitag mit Shakespeares Drama „Der Kaufmann von Venedig“. 25 Jahre nach dem Mauerfall will sich das Theater in der neuen Spielzeit intensiv mit der deutschen Geschichte befassen. Premiere hat unter anderem das an Goethe angelehnte Kultstück „Die neuen Leiden des jungen W.“ von DDR-Autor Ulrich Plenzdorf. Im März 2015 soll auch eine Bühnenversion von Uwe Tellkamps Roman „Der Turm“ über die DDR in den 80er-Jahren Premiere haben. Im Mai endet die Reihe zur deutschen Geschichte mit Heiner Müllers „Germania. Tod in Berlin“.

Die Mecklenburgische Staatskapelle hat trotz einer Arbeitszeitverkürzung um zehn Prozent – eine Sparmaßnahme – etwa 50 Konzerttermine auf dem Plan.

VOLKSTHEATER ROSTOCK

Am 20. September wird die Spielzeit in der Hansestadt mit dem dreiteiligen Auftaktspektakel „1. Stapellauf Neubeginn“ eröffnet.

Gezeigt wird eine „Mitspieloper“ auf dem Theatervorplatz mit dem Titel „Der Untergang der Titanic“, danach das Schauspiel „Ingrid Baben-dererde“ nach dem gleichnamigen Roman des vor 80 Jahren geborenen und vor 30 Jahren gestorbenen Uwe Johnson und zum Schluss am späten Abend das Stück „Wie im Himmel“. Nach Worten von Pressereferentin Bärbel Schlapmann sind die gut 500 Karten für die Premiere fast komplett weg.

Wiederholt wird das Spektakel am 27. September sowie am 3., 4., 11., 18. und 25. Oktober.

THEATER UND ORCHESTER
GMBH NEUBRANDENBURG/
NEUSTRELITZ

Mit zwei Schauspielpremieren über das Schulsystem und amüsante Verwicklungen wird im Südosten des Landes die Theatersaison eröffnet.

Heute steht in Neustrelitz in „Klamms Krieg“ der Kampf eines Lehrers um Werte im Mittelpunkt. Am Freitag gibt es dann in Neubrandenburg die französische Komödie „Der Vorname“.

Das Stück „Wie im Himmel“ nach dem gleichnamigen schwedischen Musikfilm wird – wie in Rostock – auch in Neubrandenburg/Neustrelitz inszeniert. Premiere soll im April 2015 sein.

Die Deutsche Tanzkompanie bringt im Mai das Tanzepos „Die Nibelungen“ auf die Bühne.

THEATER VORPOMMERN

In Greifswald und Stralsund greift man einen Theaterskandal aus dem Jahr 2013 in Frankfurt/Main auf. Angekündigt ist für Januar 2015 die Uraufführung der Autorenfassung des Stücks „Was zu sagen wäre warum“ des 1980 auf Rügen geborenen, heute in Berlin lebenden und mit verschiedenen Auszeichnungen bedachten Dramatikers Oliver Kluck.

Bei der Uraufführung am Schauspiel Frankfurt/Main war eine geänderte Textfassung gespielt worden, die Oliver Kluck gar nicht passte. Außerdem steht zum 25. Jahrestag des Mauerfalls auch in Vorpommern Tellkamps „Der Turm“ (Premiere: 2. Oktober) auf dem Spielplan.


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