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Verabschiedung des Ballettchefs Jens-Peter Urbich : Das einmalige Tanzfest

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Einmaliges Tanzfest in Schwerin: Die Staatliche Ballettschule Berlin und die Ballettcompagnie des Staatstheaters Schwerin zeigen am 21. April eine Gala. Am Ende der Spielzeit verlässt Jens-Peter Urbich Schwerin.

svz.de von
erstellt am 17.Apr.2012 | 07:27 Uhr

Schwerin | Einmaliges Tanzfest in Schwerin: Die Staatliche Ballettschule Berlin und die Ballettcompagnie des Mecklenburgischen Staatstheaters zeigen am Samstag, dem 21. April, um 19.30 Uhr im Großen Haus des Staatstheaters eine Gala.

An der internationalen Elite-Schule wurden auch zwei Tänzerinnen und drei Tänzer aus dem Schweriner Ensemble ausgebildet. Grund genug für Prof. Gregor Seyffert und Schwerins Ballettchef Jens-Peter Urbich, die sich aus ihrer aktiven Tänzerzeit kennen, zusammen ein Programm zu präsentieren. Die Schule tanzt eine "Kindermazurka", die klassische "Chopiniana", den "Bolero" und das selten aufgeführte "Troy Game". Die Schweriner Compagnie zeigt Ausschnitte aus "Romeo und Julia" sowie aus "Frauen Männer Paare". Und "Das Ende" aus dem Kammertanzabend "Genesis" in der Choreographie von Urbich bieten Schweriner Tänzer und Berliner Ballettschüler gemeinsam.

Für Jens-Peter Urbich ist es quasi eine Abschiedsgala. Am Ende der Spielzeit verlässt er Schwerin. In den acht Jahren seiner Direktion kamen neun Handlungsballette und zwölf Studioproduktionen heraus, darunter zahlreiche Uraufführungen. Urbich hat nur selten choreographiert. Sein Konzept war der Wechsel von international arbeitenden Choreographen, wie Dominique Efstratiou, Young Soon Hue, Birgit Scherzer, Paul Julius, aber auch von choreographischem Nachwuchs. "Ich hoffe, das war eine gute, interessante, vielseitige Zeit für das Publikum, was mir das Wichtigste ist, wie auch für das Ensemble, das seine Fähigkeiten an unterschiedlichen Handschriften erproben und erweitern konnte", bilanziert Urbich seine Schweriner Jahre. Dass das Ensemble in dieser Zeit künstlerisch gewachsen ist, belegen Einladungen zu Festivals in Spanien, Zypern, Südkorea und in der Türkei sowie Teilnahmen an Tanztreffen in Dresden, Braunschweig und Arnheim in Holland. Unter Urbichs Leitung haben sich Solisten wie Kellymarie Sullivan, Davina Kramer, Nao Matsushita, Veselina Handzhieva, Rustam Savrasov und Maxim Perju profiliert.

Urbich hat 15 Jahre an der Berliner Komischen Oper getanzt. "Das gibt es heute nicht mehr, junge Tänzer ziehen nach zwei, drei Jahren weiter", sagt der Ballettdirektor im Hinblick auf die Wechsel im Ensemble. Er hat in Dänemark, USA und der Schweiz gearbeitet. Der Geist der Komischen Oper habe ihn geprägt, erklärt Urbich seine Liebe zum Handlungsballett: "Mit allen Mitteln des Tanzes eine Geschichte erzählen." Das hat er in Schwerin den Choreographen nahe gelegt. Im Sinne eines Spruchs von Walter Felsenstein: "Theater besteht nicht aus Stimmungen, sondern aus Absichten." Das Publikum hat diesem Geist freudig zugestimmt.

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