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Interview Thorsten Merten : „Dackel spielt Schäferhund“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Schauspieler Thorsten Merten über den Spreewaldkrimi und die Schweriner Musicals „Sonnenallee“ und „Fame“

Thorsten Merten, der viele Jahre am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin engagiert war, hat im deutschen Fernsehen derzeit viel zu tun. Im ZDF-Spreewaldkrimi spielt er den Polizisten Fichte. In der ARD-Serie „Sedwitz“, einer sechsteiligen Komödie rund um die deutsche Teilung, war er gerade in der Hauptrolle des Grenzoffiziers Ralle Pietzsch zu erleben. Das ZDF-Historiendrama „Die Pfeiler der Macht“ nach Ken Follett, in dem er u.a. an der Seite von Axel Milberg und Rolf Hoppe spielt, ist gerade abgedreht. Am Schweriner Theater zieht der 1963 in Ruhla geborene Schauspieler in den kommenden Wochen noch viermal im Erfolgsmusical „Sonnenallee“ die ABV-Uniform an. Und ab 18. Februar läuft dann en suite im Großen Haus das Musical „Fame“, mit Thorsten Merten in der Rolle des Schauspiellehrers. Holger Kankel sprach mit dem Künstler.

Herr Merten, warum ziehen Ihnen Regisseure so gern Uniformen an?

Merten: Im Augenblick bin ich wirklich froh, wenn ich mal ’ne Jeans anhabe. Ich sah schon mit 18 bei der NVA aus wie ein Schluck Wasser. Vielleicht ist das der Reiz: Ich in Uniform ergebe kein schneidiges Bild. Also eher: Dackel spielt Schäferhund.

Welches Verbrechen dürfen die Zuschauer im November im neuen ZDF-Spreewaldkrimi erwarten?

Läuft am 23. November. Wieder ein Hammer-Drehbuch von Thomas Kirchner. Ein riesiger Sturm zieht über den Spreewald. Fließe treten über die Ufer, große Flächen werden überschwemmt. Drei Filmstudenten verschwinden spurlos. Wenn ich noch mehr verrate, erschießt mich das ZDF. Wir haben übrigens letzte Woche schon den übernächsten Spreewaldkrimi abgedreht, da gehts um Minen-Explosionen.

Welche Erinnerungen haben Sie an die erste Staffel der „Sonnenallee“ in der vergangenen Spielzeit am Schweriner Theater?

Immer volle Hütte, ein überirdischer John Carlson, 20 Minuten Zugaben, aber auch meine Angst vorm Schwalbe-Fahren. War immer froh, wenn ich noch an der Bühnenrampe zum Stehen kam. Vielleicht klappt das ja jetzt wieder.

Hatten Sie als Kind oder Jugendlicher mal Ärger mit einem ABV?

Nee, polizeilich gesehen hatte ich eine ziemlich piefige Pubertät. Da habe ich heute durch Geschwindigkeitsüberschreitungen und Telefonieren am Steuer wesentlich mehr Kontakt.

Im Frühjahr kommen Sie dann ja schon wieder nach Schwerin, um im Musical „Fame“ zu spielen. „Fame“ hat Sie wohl auch im Studium an der Schauspielschule „Ernst Busch“ begleitet?

In „Fame“ geht es ja um eine Schauspielschule, wo alle von der großen Karriere träumen. Insofern lagen diese Sehnsüchte fast deckungsgleich über unserer Studienzeit. 2000 junge Leute hatten sich an der „Ernst Busch“ beworben, 45 wurden aufgenommen, und vielleicht 30 haben die vier Jahre zu Ende geschafft. Also ’ne harte Auslese. Insofern lieferte „Fame“ auch den Sound zu unserem Studium.
Wir waren, wie Dozenten heute noch sagen, das musikalischste Studienjahr aller Zeiten. Ein paar meiner Kommilitonen hatten sogar das absolute Gehör. Wir haben außerhalb des regulären Studienbetriebs die U-Bahnhöfe und Kneipen von Ostberlin, die Ostseeküste und auch die Erdgastrasse hinterm Ural 15-stimmig besungen. Natürlich immer mit dem Sammelhut, dessen Inhalt dann vertrunken wurde. Peter Dehler, damals auch noch Schauspielstudent, war unser Oberorganisator – was die Programmgestaltung, die Auftrittsorte, aber auch den Wein und Wodka betraf.


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