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Filmkunstfest MV : Chaplin im Staatstheater

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Abschlussgala des Filmkunstfestes MV im Staatstheater / Film „Moderne Zeiten“ mit Musik der Staatskapelle

von
erstellt am 20.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Das Filmkunstfest MV wird am 9. Mai mit einer der schönsten Szenen der Filmgeschichte ausklingen: Charlie Chaplin als Tramp und das schöne Waisenmädchen Gamine wandern lächelnd und Hand in Hand eine Straße hinunter, einer ungewissen Zukunft entgegen.

Ausklingen ist durchaus auch wörtlich zu verstehen. Denn „Moderne Zeiten“, der Chaplin-Klassiker aus dem Jahre 1936, wird im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin gezeigt und die Filmmusik live von der Staatskapelle gespielt.

„Eine Vision ist für mich wahr geworden“, so Volker Kufahl, Künstlerischer Leiter des Filmkunstfestes, der schon als Chef des Braunschweiger Filmfestivals große Filmkonzerte präsentierte. Sein Versprechen: „Das wird der emotionale Höhepunkt des Filmkunstfestes 2015.“

Joachim Kümmritz, Generalintendant des Mecklenburgischen Staatstheaters, sorgt bei dieser wiedererwachten Kooperation zwischen Theater und Filmfest nicht nur für den guten musikalischen Ton, sondern er öffnet sein repräsentatives Haus zum Abschluss des 25. Schweriner Jubiläumsfilmfestivals auch gleich für die große Abschlussgala mit der traditionellen Preisverleihung.

Dabei ist eine Aufführung von „Moderne Zeiten“ mit Livemusik keine Selbstverständlichkeit. Die Chaplin-Erben wachen mit Argusaugen auf die Qualität jeder Vorführung. Nicht jeden Dirigenten halten sie für würdig, die Komposition des kleinen großen Chaplin, der übrigens keine Noten lesen konnte, aufzuführen.

Gegen Adrian Prabava hatten sie offensichtlich keine Einwände. Der gebürtige Indonesier, früherer Assistent von Kurt Masur und 2012 auch schon Gastdirigent der Staatskapelle, hat „Modern Times“ bereits dirigiert. Zwei-, dreimal im Jahr stellt er sich der besonderen Herausforderung, ein Filmkonzert zu leiten. Denn anders als etwa in der Oper, wo er Orchestergraben und Bühnengeschehen vom Tempo her zusammenführen kann, diktieren beim Film allein die Szenen, was wann wie schnell gespielt werden muss. Mit dem Ende einer Szene etwa muss auch die jeweilige Musik ausklingen. „Aber mit der Staatskapelle“, so Prabava, „habe ich ja ein reaktionsschnelles Orchester.“ Darüber hinaus empfiehlt er den Musikern, sich den Film zu Hause anzusehen. Beim Filmkonzert selbst ist er dann als Dirigent der einzige Musiker, der den kleinen Tramp im hektischen Räderwerk der modernen Zeiten sehen kann. Bis Charlie nach Fließbandhölle, Gefängnis und Irrenhaus am Ende mit der schönen Gamine in den Sonnenuntergang davonwatscheln kann.

 

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