Schenkung : Bummi für die Uni Rostock

Der Bummi ist die älteste bis heute erscheinende deutsche Kinderzeitschrift.
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Der Bummi ist die älteste bis heute erscheinende deutsche Kinderzeitschrift.

Schwerin schenkt Hansestadt umfangreiche DDR-Kinderbuchsammlung – 6800 Bände für wissenschaftliche Sammlung

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31. März 2014, 20:32 Uhr

Die Landeshauptstadt Schwerin hat der Universität Rostock eine 6800 Bände umfassende wissenschaftliche Sammlung von Werken der Kinder- und Jugendliteratur geschenkt. Wie die Universität gestern mitteilte, handelt es sich dabei vor allem um die in der DDR erschienene Kinder- und Jugendliteratur.

Die Sammlung war bis 1990 an der früheren Wissenschaftlichen Allgemeinbibliothek des Bezirkes Schwerin aufgebaut, in Schwerin aber in den vergangenen Jahren immer weniger genutzt worden. So entstand die Idee, sie an der Universität Rostock auf Dauer für die Wissenschaft und die Lehrerbildung zur Verfügung zu stellen.

Die Sammlung zeige, wie reich die Kinderliteratur in der DDR war: Es gab 14 Kinderbuchverlage, Marktführer waren der Verlag Neues Leben und der Kinderbuchverlag Berlin. Allein im Kinderbuchverlag Berlin erschienen zwischen 1949 und 1989 fast 5000 Titel mit einer Gesamtauflage von etwa 300 Millionen Exemplaren. Diese Bücher finden sich fast vollständig in der Rostocker Universitätsbibliothek.

Neben Autoren wie Benno Pludra und Jurij Brezan oder Illustratoren wie Werner Klemke und Klaus Ensikat schrieben auch namhafte Autoren der Erwachsenenliteratur wie Bertolt Brecht, Günter Kunert oder Sarah Kirsch hin und wieder Geschichten und Gedichte für Heranwachsende.

Zur Kollektion gehören auch russische Märchen, polnische und sorbische Jugendbücher sowie Sachbücher zur Schiff- oder Raumfahrt oder die älteste bis heute erscheinende deutsche Kinderzeitschrift, der Bummi.

„Sammlungen wie diese haben durchaus Seltenheitswert: Die meisten Kinderbücher haben nämlich die Liebe ihrer Leser auf Dauer nicht überstanden“, freute sich Robert Zepf, der Direktor der Rostocker Universitätsbibliothek. „Für die Forschung in den Literatur- und Kulturwissenschaften ist die Sammlung ein besonderer Gewinn.“

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