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Malchow : Aus auf Zeit für DDR-Museum

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kultureinrichtungen in Malchow fallen klammer Kasse der Kommune zum Opfer – zum Saisonstart sollen sie wieder geöffnet werden

Das DDR-Museum in Malchow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) ist aus Geldmangel vorübergehend geschlossen worden. „Grund ist, dass die Stadt keinen verabschiedeten Haushalt hat und uns noch keine Mittel ausgezahlt werden konnten“, sagte Kathleen Stutz vom Trägerverein Kultur- und Sportring gestern in Malchow. Auch das Mecklenburgische Orgelmuseum soll schließen. Wegen der außerhalb der Saison schwachen Besucherzahlen müsse man auch generell über Veränderungen nachdenken, erklärte Stutz. Über Ostern und von Mai an zur Saison sollen die Museen wieder geöffnet werden.

Die beiden überregional bekannten Museen locken jährlich rund 40  000 Besucher in die Kleinstadt. Für die Museen und andere Kultureinrichtungen erhielt der Trägerverein jährlich rund 60  000 Euro. Diese stünden noch nicht zur Verfügung, sagte Stutz. Die Kultureinrichtungen und ihre Zukunft sorgen seit Monaten für Streit zwischen Stadtvertretung und Bürgermeister Joachim Stein (Grüne).

Stein hat für 2015 seinen Rücktritt angekündigt, am 26. April wird in Malchow ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Danach müsse man sehen, welche Schwerpunkte bei der Kultur gesetzt würden, sagte Stutz.

Auch der Mindestlohn bringt den Museen Schwierigkeiten, wie der Leiter des Orgelmuseums, Friedrich Drese, erklärte. So seien Verträge von „geringfügig Beschäftigten“, mit denen der Museumsbetrieb bisher gesichert wurde, erst einmal nicht verlängert worden. Drese will das Orgelmuseum aber noch bis Mitte Februar, dem Winterferienende, offen halten. Im DDR-Museum wurde zuletzt der langjährigen Leiterin Irina Gräser gekündigt. Sie überlege, rechtlich dagegen vorzugehen, sagte die 62-jährige Gräser.

Die Eintrittsgelder könnten nicht weiter erhöht werden, erklärte Drese. So habe das Orgelmuseum 2014 einen Besucherrückgang von mehr als zehn Prozent hinnehmen müssen. „Wir hatten Baumaßnahmen und den Eintritt von 2,50 auf 3,00 Euro erhöht.“ Es seien zwar viele Touristen in der Seenplatte, aber das Geld sei knapp. „Fast jeder zweite Besucher ging wieder, als er Eintritt bezahlen sollte.“ Die Finanzprobleme der Kommunen treffen vor allem freie Träger von Kultureinrichtungen, erklärte die Leiterin des Literaturzentrums Neubrandenburg, Erika Becker. „Die freien Träger arbeiten schon sehr kostengünstig, sie brauchen Grundlagen, dass sie nicht jedes Jahr um ihre Existenz bangen müssen.“

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