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Rostocker Herzchirurg : Arzt aus Berufung – Musiker aus Leidenschaft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Rostocker Herzchirurg Gustav Steinhoff vereinigt in sich zwei große Lebensinhalte

svz.de von
erstellt am 01.Jun.2014 | 13:20 Uhr

13 Jahre ist es her, dass der Rostocker Herzchirurg Gustav Steinhoff die Medizinstudentin Christina Jaschkowiak auf einem Mediziner-Ball singen hörte. Schnell war der Kontakt geknüpft. Der Professor begleitete die Studentin am Klavier.

Das Projekt „Jazz at heart“ war geboren. Aus dem Duo ist mittlerweile eine siebenköpfige Band geworden und vier CDs sind aufgenommen – mit Songs von George Gershwin bis Eric Clapton. „Es sind melodische Lieder, die von Herzen kommen, zu Herzen gehen und deren Einnahmen herzkranken Patienten zu Hilfe kommen“, sagt Steinhoff.

Wenn er nicht im Operationssaal ist oder den Klinikalltag organisiert, forscht er an Potenzialen von Stammzellen. Auf dem Gebiet der Regeneration von Herzgewebe nach einem Infarkt haben sich Steinhoff und sein Team international einen Ruf erarbeitet. Musik sei schon immer sein Lebensinhalt gewesen, sagt der 55-jährige Herzspezialist. Mit sieben Jahren begann er, Klavier zu spielen, entschied sich dann aber doch für die Medizin. Die Musik sei für ihn ein guter Ausgleich zum harten und nicht selten stressigen Berufsalltag, schildert der zweifache Familienvater. „Sie bietet mir eine gute Rückzugsmöglichkeit.“

Inzwischen hat er sich in Rethwisch bei Bad Doberan mit dem imposanten Bau „Conventer Atrium“ den nötigen Raum für seine Musik geschaffen. Ursprünglich war nur ein Anbau als Probenraum geplant, doch dann wurde der etwas größer und ist heute ein zweistöckiges Haus mit Konzertsaal und rund 100 Plätzen.

Der Medizinprofessor ist jetzt auch Konzertveranstalter und lädt regelmäßig in sein Haus zu Gesprächsrunden und Konzerten ein. Dort treten nun Musiker auf, die er kennt, hören möchte und mit denen er auch selbst musiziert. Unlängst trat „Jazz at heart“ mit Rostocker Musikern und klassischen Weltstars darunter dem ehemaligen Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, Saschko Gawriloff, und dem Solo-Cellisten Wolfgang Böttcher auf.

Die gemeinsamen Proben sind etwas schwieriger geworden, sagt Christina Jaschkowiak, denn die Fachärztin hat mittlerweile eine Stelle als Kardiologie-Assistenzärztin in München. Außerdem ist sie Mutter eines sechs Monate alten Sohnes. Weil sie gerade in der Elternzeit ist, ist das Reisen von Süden nach Norden noch machbar. Steinhoff fährt aber umgekehrt auch nach München. Jüngst trat das Duo in der bayerischen Hauptstadt zu einem Wohltätigkeitskonzert auf. Das Geld ging an die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ und den Bundesverband herzkranker Kinder. Inzwischen haben die Mediziner schon eine fünfstellige Summe eingespielt. Im Sommer und Herbst soll es die nächsten Konzerte geben. Eine USA-Reise ist in Vorbereitung.

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