21. Filmkunstfest MV begann in Schwerin : Alte Bekannte und neue Freunde

Gutgelaunt bei der Eröffnungspressekonferenz:  Katrin Sass und Filmfest-Geschäftsführer Torsten JahnKlawitter / Schroeder
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Gutgelaunt bei der Eröffnungspressekonferenz: Katrin Sass und Filmfest-Geschäftsführer Torsten JahnKlawitter / Schroeder

84 Filme, 13 Jury-Mitglieder, 13 Preise, 5 Kinos und tausende begeisterte Zuschauer – Dienstag Abend läutete die Auftaktgala im Festivalkino Capitol das 21. Schweriner Filmkunstfest ein. Los gings mit "Ein Tick anders".

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03. Mai 2011, 05:37 Uhr

Schwerin | Die Verkäuferin in einem kleinen Schweriner Kaufhaus war gestern einigermaßen überrascht: "Sie sehen aus wie Katrin Sass, nur etwas jünger." Worauf Katrin Sass, denn es war natürlich die diesjährige Ehrenpreisträgerin persönlich, nichts anderes sagen konnte als: "Ich bin es wirklich."

Es ist Filmkunstfestzeit in Schwerin und Begegnungen dieser Art werden in den nächsten Tagen im und rund um das Festivalkino Capitol nichts Ungewöhnliches sein.

Zur großen Eröffnungsgala waren gestern Abend nicht nur die Mitglieder der Jurys im Spiel- und Kurzfilmwettbewerb, u. a. der Schauspieler Jan Henrik Stahlberg ("Muxmäuschenstill") und die Schauspieler Alice Dwyer und Stefan Kurt, anwesend, sondern auch das Team des sympathischen Eröffnungsfilms "Ein Tick anders", der seine Uraufführung erlebte und vom Publikum mit viel Beifall gefeiert wurde.

Regisseur Andi Rogenhagen hatte lange nach einer Hauptdarstellerin gesucht. Doch als dann Jasna Fritzi Bauer, damals 21-jährige Studentin der Berliner Schauspielschule "Ernst Busch", durch die Tür hereinkam, hatte er seine Eva gefunden, jenes fantasievolle Mädchen, das mit Molchen spricht und mit dem Tourette-Syndrom zu kämpfen hat - und mit ihrer etwas verrückten Familie.

Alice Dwyer, die in der Kurzfilm-Jury sitzt, ist nicht zum ersten Mal in Schwerin: Die Schauspielerin, die zart und zurückhaltend wirkt, aber eine ganze Leinwand füllen kann, war bereits vor sieben Jahren in Til Endemanns "Das Lächeln der Tiefseefische" auf dem Filmkunstfest zu sehen. Der Film gewann den Publikumspreis unserer Zeitung.

Diesmal spielt Dwyer in "Die verlorene Zeit" ein jüdisches Mädchen, das mit ihrem Freund aus dem KZ flüchtet, das Paar verliert sich - und mehr als 30 Jahre später glaubt Hannah (nun Dagmar Manzel), ihren Tomasz im Fernsehen wiederzuerkennen. "Mir ist wichtig, dass die Handlung des Films zwar im KZ beginnt, es aber eigentlich eine große Liebesgeschichte ist", sagte Dwyer. Der Dreh habe vollen Einsatz gefordert: "Ich habe für die Rolle acht Kilo abgenommen." Dass sie nun endlich einmal ein ganzes Filmkunstfest erleben kann, "freut mich total". Denn, so Dwyer: "Als die ,Tiefseefische in Schwerin liefen, ging ich noch zur Schule, und seitdem habe ich es nur für einen Abend nach Schwerin geschafft, als meine Freundin Anna-Maria Mühe einen Preis bekam." Nun will sie die Festivalwoche richtig genießen, "und ich bin gespannt, wie unser Film bei den Leuten ankommt". Freitag um 22 Uhr ist die Uraufführung dieses Wettbewerbbeitrages, weitere Darsteller haben ihr Kommen angekündigt.

Bis Sonntag, so gestern der neue künstlerische Leiter Stefan Fichtner, werden 84 Filme gezeigt, davon acht Uraufführen in den Wettbewerben. 13 Preise werden insgesamt vergeben.

Über einen durfte sich gestern Abend auf der von Jochen Fahr launig moderierten und von der israelischen Band Ofrin stimmungsvoll begleiteten Gala schon mal ein alter Bekannter des Filmkunstfestes freuen: der Regisseur Sven Taddicken ("Zwölf Meter ohne Kopf"). Er bekam das "film residence MV-Stipendium für Drehbuch", verliehen vom Kultusministerium und dem Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop, wo er Taddicken in Ruhe an seinem neuen Film mit dem Titel "Das schönste Paar" arbeiten kann. Weitere Preise gibt es dann auf der Abschlussgala am Sonnabend. Doch bis dahin freuen sich die Freunde des Festivals erstmal auf Filme, Filme, Filme...

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