Trauerfeier für Entertainer : Abschied von Horst Köbbert

Trauerfeier für den Sänger und Entertainer Horst Köbbert in der Warnemünder Kirche
Trauerfeier für den Sänger und Entertainer Horst Köbbert in der Warnemünder Kirche

Freunde, Kollegen und Fans trauern mit der Familie in der Warnemünder Kirche / Die Asche des Entertainers wird auf See bestattet

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21. Juli 2014, 19:50 Uhr

Der Lebensreigen von Horst Köbbert hat sich geschlossen. In einer bewegenden Trauerfeier in der Warnemünder Kirche haben gestern Familienangehörige, Freunde, Nachbarn, Musikerkollegen und Fans von dem gebürtigen Warnemünder Sänger und Entertainer Abschied genommen. Weggefährten wie Mitglieder des Shanty-Chores De Klaashahns, Hein Schöler, Heide Mundo und Charly Frommke musiziertenn noch einmal für ihn.

Horst Köbbert war am 11. Juli nach langer schwerer Krankheit verstorben. 86 Jahre zuvor war er in eben dieser Warnemünder Kirche getauft worden. Der pensionierte Pastor Gerd Simon fand am geschlossenen Sarg mitfühlende Worte. Besonders für Gabriele Köbbert, die mit ihrem Mann in 34 gemeinsamen Jahren Höhen und Tiefen geteilt hat. In ihren Armen ist der an Alzheimer erkrankte Künstler gestorben.

Simon sprach vielen aus der Seele, als er sagte, welche Freude Köbbert den Menschen mit seinen Liedern bereitet hat. Er ging darauf ein, dass Köbbert als Jugendlicher Fähnlein-Führer gewesen ist und 1945 ins Straflager kam. Mit Fleckenfieber und Typhus hat er es am 9. August 1948 verlassen. Dieser Tag wurde sein zweiter Geburtstag.

Beruflich hat Köbbert als Taucher angefangen, wie sein Vater. Doch das künstlerische Talent drängte ihn auf die Bühne. Nach einer musikalischen Ausbildung am Konservatorium der Hansestadt wurde er Opernsänger. Später wechselte Köbbert ins Unterhaltungsfach, wo er vor allem mit Seemannsliedern bekannt wurde. Im DDR-Fernsehen war er eine Größe, besonders beliebt seine Sendung „Klock acht, achtern Strom“. Nach der Wende moderierte Köbbert zusammen mit Carlo von Tiedemann die Sendung „Große Hafenrundfahrt“ beim Norddeutschen Rundfunk. Vor zehn Jahren beendete er seine Fernsehkarriere.

Köbbert hatte die Gabe, Leute zu unterhalten und zu begeistern. „Damit hat er die Tür zu den Herzen der Menschen geöffnet“, so Pastor Simon. Gabriele Köbbert habe ihm den Rücken freigehalten, war Begleiterin im Alltag und auf Reisen. Auch als die Krankheit ihn in eine eigene Welt zwang, habe sie ihn liebevoll umsorgt.

Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling war nicht nur als Stadtoberhaupt, sondern als Freund da. Er geleitete Gabriele Köbbert in die Kirche und sprach mit Wärme und Respekt vom Sänger, der beides war, liebenswert und kantig. Köbberts Stimme hatte Gewicht. Zum 70. Geburtstag durfte sich Köbbert wegen seiner Verdienste ins Ehrenbuch der Stadt eintragen.

„Horst wird in unseren Herzen bleiben“, sagt Bestatterin Irene Neumann, bevor der Sarg hinausgetragen wurde. Die Seebestattung wird später im engsten Familienkreis erfolgen.

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