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Mecklenburg-Vorpommern

23. Oktober 2017 | 08:32 Uhr

Gutes Essen in MV : Kulinarische Abrechnung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gerolsteiner wirft den Hut in den Bewertungsring in Sachen gutes Essen

Das Ganze mutet alljährlich an, wie ein kulinarisches „Spieglein, Spieglein an der Wand…“ Gastroführer wie Michelin, Gault&Millau, Gusto und Feinschmecker vergeben ihre kulinarischen Meriten in Form von Sternen, Punkten, Pfannen, Bestecken... Wer als Küchenchef etwas auf sich hält, muss erwähnt sein.

Damit aber nicht genug. Es gibt auch Listen wie Volkenborn und Hornstein, die die Bewertung der Restaurantführer in einem Punktesystem zusammenfassen. Sie werden nach ihrem Gründer oder Erfinder benannt. Die Dritte im Bunde ist die Gerolsteiner Restaurant Besten-Liste, die jetzt ihre aktuelle Bewertung bekanntgegeben hat. Herausgeber ist der gleichnamige Mineralwasserproduzent aus der Vulkaneifel. Diese Liste fasst sieben Gastroführer zusammen und bringt sie auf einen vergleichbar gemeinsamen Nenner.

Im kulinarischen Mecklenburg-Vorpommern ist das Gourmet-Restaurant „Friedrich Franz“ im Grand Hotel Heiligendamm mit Küchenchef Ronny Siewert die unangefochtene Nr. 1 im Land (bundesweit Platz 45 bei Gerolstein, 57 Volkenborn, 59 Hornstein). Gefolgt wird Siewert von Mathias Stolze, Küchenchef im Restaurant „Der Butt“ in der Warnemünder Yachthafen-Residenz Hohe Düne (75, 101, 154) und Pierre Nippkow vom Restaurant Ostseelounge im Strandhotel Fischland in Dierhagen (88, 96, 110). Alle drei sind Sterneköche und bringen bis zu 18 Gault-Millau-Punkte auf die Waage.

Dass Sterne oft noch nicht einmal maßgeblich zu Buche schlagen, beweisen Platzierungen wie die des Gourmet-Restaurants „Wappen-Saal“ auf Burg Schlitz mit Küchenchefin Sabine Teubler, das von Gerolstein auf einen respektablen 10. Platz im Land (bundesweit 403, 437, -) gehoben wird und renommierte Häuser hinter sich lässt.

Und auch die jährliche Vergabe der Michelin-Sterne lässt oft viele Fragen offen. Klar muss man gut kochen können, aber auch zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Restaurant anheuern. Wer nicht im Michelin-Visier ist, fällt durch das unsichtbare Raster, wissen Insider. So weit, so gut. Für die Küchenchefs selbst sind solche Listen aber höchstens Orientierungshilfen im kulinarischen Getriebe. Sterneköche wie Tom Wickboldt (G 6 ) aus Heringsdorf und Daniel Schmidthaler (G 8) aus Fürstenhagen meinen unisono: Das ist gut für das Ego, die Mitarbeiter-Motivierung und als Empfehlung für die Gäste. Genau genommen ist es aber, wird Schmidthaler sehr deutlich, „schwachsinnig, da immer noch Gastroführer eingerechnet werden, die nicht oder nicht regelmäßig testen.“ Selbst der „Feinschmecker“ komme nur alle zwei bis drei Jahre. Es fehlt also die gemeinsame Grundlage.

Auch diverse kulinarische Preisverleihungen seien genau genommen Mogelpackungen. Das dürfte wohl stimmen. Wann hat man auf solchen Veranstaltungen beispielsweise Sternekoch Raik Zeigner aus Krakow am See das letzte Mal gesehen, der im Landesvergleich stets unter den besten fünf Köchen war? Unbestritten ist jedoch, dass die führenden Restaurants aller drei Listen ausgezeichnete Küche bieten und deren Küchenchefs Meister ihres Faches sind.

Michael H. Max Ragwitz

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