zur Navigation springen

Ostsee: Sand wird knapp : Küstenschutz verlangt immer mehr Kies

vom

Sand im Meer wird knapp. Trotzdem hat der Kies- und Sandabbau in der Ostsee für Bauvorhaben zugenommen. Neun Anträge für neue Fördervorhaben werden derzeit vom Bergamt Stralsund bearbeitet. Umweltexperten schlagen Alarm.

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2012 | 09:35 Uhr

Stralsund | Der wachsende Aufwand im Küstenschutz an der deutschen Ostseeküste führt nach Ansicht von Experten zu einem immer größeren Bedarf an Sanden und Kiesen aus dem Meer. Während die Behörden angesichts von Klimaerwärmung und des damit verbundenen Anstiegs des Meeresspiegels für den Schutz überflutungsgefährdeter Küstensiedlungen keine Alternative zu regelmäßigen Strandaufspülungen sehen, warnen Umweltschützer und Meeresforscher vor dem Verlust wertvoller Meereslebensräume durch massive Baggerungen auf See.

Der Stralsunder Walforscher Harald Benke sagte gestern auf einem Forum im Meeresmuseum Stralsund, der zügellose Hunger nach Baustoffen aus dem Meer bedrohe auch ökologisch wertvolle Sandbänke und Riffe im Küstenmeer. Dort lebten Sandaale, die wiederum den vom Aussterben bedrohten Ostseeschweinswalen als Nahrung dienten. Zusätzliche Gefahren für die Meeressäuger gingen von den Lärmbelästigungen durch die Saugbagger aus.

Nach Angaben des zuständigen Bergamtes Stralsund stieg die Förderung mariner Kiese und Sande für den Küstenschutz von knapp 300 000 Tonnen im Jahr 1990 auf 1,7 Millionen Tonnen im Jahr 2010.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen