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Digitales Geländemodell gibt Auskunft : Küste erstmals mit Laserscan vermessen

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16 Stunden lang kreiste zwischen dem 12. und 15. April ein Hubschrauber am Himmel über der Ostseeküste. Per Laserscan vermaß er die gesamte Außenküste von Travemünde im Westen bis nach Swinemünde im Osten.

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erstellt am 27.Apr.2012 | 11:26 Uhr

Rostock | 16 Stunden lang kreiste zwischen dem 12. und 15. April ein Hubschrauber am Himmel über der Ostseeküste. Per Laserscan vermaß er die gesamte Außenküste von Travemünde im Westen bis nach Swinemünde im Osten. Damit wurden erstmalig die gesamten 400 Kilometer Flach- und Steilküsten an der Ostsee an einem Zeitpunkt, in einem 500 Meter breiten Streifen mit zehn bis 25 Laserpunkten auf den Quadratmeter, also zusammen rund 200 Millionen Messpunkten aufgenommen.

"Das Airborne Laserscanning ist zur Zeit das geeignetste Verfahren, um zeit-und kostengünstig große Flächen mit hoher Genauigkeit und großer Punktdichte lage-und höhenmäßig zu erfassen", erklärte gestern Dr. Lars Tiepolt vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg. Die Küstenschützer erhalten so wertvolle Aussagen über Breite und Höhe von Stränden, Dünen und Deichen, über den Zustand von Küstenschutzbauwerken sowie eine aktuelle profilmäßige Aufnahme der unmittelbaren Küstenzonen von der Uferlinie bis zum letzten Küstenschutzbauwerk und dem direkten Hinterland. Interessant ist das Laserscannning auch für Geologen, die erstmalig ein komplettes Zustandsbild der Steilküsten einschließlich oberflächig verlaufenden Rinnen, Rissen und Verwerfungen bekommen. Alle Ergebnisse fließen in das digitale Geländemodell "Küstengefährdung MV" ein und bilden z. B. Grundlage für Sturmflutsimultationen.

Lars Tiepolt demonstrierte an der potentiellen Überflutungsfläche von Warnemünde, was ohne Küstenschutzbauwerke geschehen würde. Bei einer Überflutung von drei Metern wären 1525 Häuser betroffen, wobei die Warnowwerft als eines gerechnet wird. Tausende Arbeitsplätze wären gefährdet und der Schaden würde etwa 200 Millionen Euro betragen.

Tiepolt brachte Beispiele, wie das Laserscanning für den Katastrophenschutz genutzt werden könnte. So steht durch die Sturmflutsimultation fest, dass Graal Müritz bei einer Überflutung von 2,75 Metern von der Landseite aus überschwemmt werden würde, die Zufahrtstraßen für die Helfer also nicht befahrbar wären. Ein Call Center in Rostock, das seine Notstromaggregate im Keller installiert hatte, verlegte sie daraufhin in die oberen Etagen.

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