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Aufrecht gegen Neonazis : Künstlerehepaar aus Jamel erhält Bürgerpreis

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Für sein beharrliches Engagement gegen Fremdenhass und rechte Gewalt erhält das Ehepaar Birgit und Horst Lohmeyer eine weitere Ehrung. Die Krimiautorin und der Musike erhalten den Bürgerpreis der Deutschen Zeitungen.

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erstellt am 21.Feb.2012 | 05:52 Uhr

Für sein beharrliches Engagement gegen Fremdenhass und rechte Gewalt erhält das Künstlerehepaar Birgit und Horst Lohmeyer eine weitere Ehrung. Die Krimiautorin und der Musiker, die sich seit ihrem Umzug 2004 von Hamburg ins westmecklenburgische Jamel massiven Anfeindungen von Neonazis ausgesetzt sahen, erhalten den Bürgerpreis der Deutschen Zeitungen. Wie der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) als Stifter am Dienstag mitteilte, wird die mit 20 000 Euro dotierte Ehrung am 29. Februar in Berlin überreicht. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) werde die Laudatio auf die beiden "Bürger des Jahres" halten.

Eine Gruppe bekennender Neonazis hat das 40-Seelen-Dörfchen Jamel zu ihrem Domizil erkoren. Lange Zeit machten sie dies auch für Besucher durch Schilder und Parolen deutlich. Die Behörden reagierten erst nicht auf die Provokationen. Das Künstlerpaar setzt dem rechten Geist seit seinem Einzug in den alten Forsthof bewusst Aktionen entgegen, die für Weltoffenheit stehen. Seit 2007 organisieren die beiden - allen Anfeindungen zum Trotz - jeden Sommer auf ihrem Grundstück das mehrtägige Musikfestival für Demokratie und Toleranz "Jamel rockt den Förster" mit renommierten Bands. Birgit und Horst Lohmeyer wurden für ihr Wirken schon mehrfach geehrt, unter anderem mit dem Paul-Spiegel-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland und als "Botschafter für Demokratie und Toleranz" des gleichnamigen Bündnisses.

Nordwestmecklenburgs Kreistagspräsident Christian Albeck begrüßte gestern die Entscheidung des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger. „Die Lohmeyers sind standhafte Leute mit Durchhaltevermögen. Sie setzen unbeirrt ihren Kampf gegen Rechtsextremismus fort“, sagte Albeck.

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