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Serie Sommertour : Kühlungsborner Kreuzfahrten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die MS „Baltica“ schippert an der Küste entlang.

svz.de von
erstellt am 19.Aug.2017 | 16:00 Uhr

Während in Warnemünde riesige schwimmende Hotels anlegen, lässt man in Kühlungsborn die Kreuzfahrt etwas geruhsamer angehen. Das Schiff ist nur 50 Meter lang, dafür fast 60 Jahre alt und höchstens zwei Stunden auf der Ostsee unterwegs. Nah an der Küste entlang geht es in Richtung Rerik bis zur Halbinsel Wustrow – und wieder zurück. Zuverlässig tuckert die MS „Baltica“ durch die Wellen.

„Sie fährt immer noch mit den beiden Original-Dieselmotoren“, sagt Achim Krüger, der gemeinsam mit seiner Frau das Ausflugsschiff betreibt. Mindestens sechs Mitarbeiter sind an Bord, manchmal werden aber auch bis zu 20 gebraucht – je nachdem, wie viele Gäste an Bord sind. Oben auf der Brücke steht seit zehn Jahren Olaf Kötteritzsch. Der Kapitän ist schon für die DDR-Volksmarine über die Ostsee gefahren. „Damals waren meine Schiffe natürlich größer, aber es ist immer noch reizvoll“, erzählt er. „Jeder Tag ist anders, das Wetter, die Leute, die Bedingungen. Es wird nicht langweilig.“ Und bei echtem Seegang wird das An- und Ablegen schon mal zur Herausforderung. „Da muss ich gucken, was ich noch verantworten kann“, sagt Kötteritzsch.

Sein Wort ist Gesetz an Bord. Und wie schaut er auf die Kapitäne der großen Kreuzfahrtschiffe? „Es ist nicht gesagt, dass sie dieses hier mit Schick an die Pier kriegen würden“, sagt Kötteritzsch und lacht. „Jedes Schiff reagiert anders, hat andere technische Möglichkeiten.“ Während der Fahrt informiert er die Passagiere über den Leuchtturm Buk, das Ostseebad Rerik, die gesperrte Halbinsel Wustrow und die Steilküste. Gut 300 Passagiere passen an Bord. Im Sommer kommen viele Familien mit Kindern.

Und wenn es keine Mini-Kreuzfahrt sein soll – die „Baltica“ ist jeden Tag auch auf anderen Routen unterwegs. Gern genommen wird der Tagesausflug von Kühlungsborn nach Warnemünde. Nach drei Stunden Landgang bringt das Schiff die Gäste zurück. „So haben sie genug Zeit, sich in Ruhe umzuschauen. Und Parkplätze brauchen sie auch nicht“, sagt Krüger. Die „Baltica“ transportiert auch Fahrräder, denn sie hat ursprünglich die Nordseeinsel Wangerooge versorgt – vorn wurden Kühe oder Autos befördert. Heute ist dort genug Platz für bis zu 70 Räder. Tipp vom Chef: „Man kann die eine Strecke mit dem Fahrrad und nur die andere mit dem Schiff fahren. Ich radle oft morgens von Warnemünde los und steige erst in Kühlungsborn auf. Ich fahre sozusagen nebenher, bin aber schneller. Die Strecke führt direkt am Wasser entlang, nur in Heiligendamm muss man kurz ausweichen.“ Aber man sollte die Wettervorhersage beachten – Rückenwind wäre günstig, meint Krüger.

Der 50-Jährige stammt aus Hamburg. Über die Familie seiner Frau kam die „Baltica“ nach Mecklenburg-Vorpommern. Seit etwa 20 Jahren bieten die Krügers ihre Touren nun schon an. Etwas ganz Eigenes ist der Bord-Shop. Hier finden besonders Liebhaber von Whisky und Rum ein Paradies vor: Sie können aus knapp 1000 Sorten wählen. Und: Der Chef selbst steht an der Kasse.

Jeden Sonntag wird Graal-Müritz zum Ausgangshafen – vom Ostseebad östlich von Rostock starten die gleichen Touren wie von Kühlungsborn aus. Im Januar aber hat die „Baltica“ Pause. Dann wird das Schiff gepflegt, und die beiden 400-PS-Motoren bekommen so viel Zuwendung, dass sie noch weitere Jahrzehnte laufen.

Kreuzfahrten
www.ms-baltica.de
Telefon: 0381 510 67 90


 





 


 

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