Anwohner verärgert über Gerüchte : Krokodil "Klausi" nervt

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Die mediale Aufmerksamkeit für die Suche nach "Klausi" ist groß. Foto: dpa

Das angebliche Krokodil in einem Schwandorfer Badesee geht den Bewohnern allmählich auf die Nerven. Auf dem Rasen des nahe gelegenen Naturbades herrscht gähnende Leere. Wenigstens hat das Tier nun einen Namen: Klausi.

svz.de von
11. Juli 2012, 08:25 Uhr

Schwandorf | Das angebliche Krokodil in einem Schwandorfer Badesee geht den Bewohnern allmählich auf die Nerven. Auf dem Rasen des nahe gelegenen Naturbades herrscht gähnende Leere. Wenigstens hat das Tier, das seit Sonnabend für Aufregung sorgt, nun einen Namen. "In der Schule nennen die Kinder das Krokodil Klausi - in Anlehnung an den Namen des Sees", sagt Alexandra Schlachtbauer. Sie selbst ist hin- und hergerissen zwischen Sorge und Belustigung. "Ich habe schon ein ungutes Gefühl. Meinem zwölfjährigen Bub habe ich verboten, in dem See zu baden." Auf der Straße werde der mediale Aufwand belächelt. Ihre Schwiegermutter Rosalinde Schlachtbauer hat Angst. "Beim Spaziergang um die Seen schaue ich jetzt schon genauer hin."

Vor allem die Betreiberin der Seeklause im angrenzenden Naturbad Klausensee, Claudia Allwang-Wopper, ist genervt. "Seit Montag bleiben die Gäste weg." Sie beklagt erhebliche Umsatzeinbußen. Nur das Telefon stehe nicht mehr still, weil die Badegäste nachfragten, ob der Klausensee gesperrt sei. Dabei liegt das Gewässer, in dem das angebliche Krokodil entdeckt wurde, mehrere hundert Meter entfernt.

Die Wirtin ist auch von der Panik genervt - sie glaubt fest an eine Verwechslung: "Wir sind hier mitten in der Natur. Abends sieht man Fledermäuse, große Hechte, Karpfen und Biber. Da spielt die Fantasie schon mal einen Streich." Als vor fünf Jahren in der Gegend schon einmal Krokodil-Alarm ausgelöst wurde, hatten die Einsatzkräfte auch kein Reptil gefunden.

Schwandorfs Oberbürgermeister Helmut Hey (SPD) und die Einsatzleitung halten die Zeugen jedoch für glaubwürdig. Am Sonnabend hatte ein Spaziergänger ein etwa ein Meter langes Tier mit einem langen Schwanz am Ufer entdeckt und die Polizei alarmiert. Am Montag erzählte dann eine Frau, dass ein ebensolches Tier in Ufernähe über sie hinweggeschwommen sei und sie dabei an der Schulter verletzt wurde. "Wir nehmen die Sache ernst. Sollte es wirklich ein Krokodil oder ein Kaiman sein und es beißt einen Menschen, wären die Vorwürfe groß." Deshalb hatte die Kommune am Wochenende ein Badeverbot für den Mittleren Klausensee ausgesprochen.

Am Dienstagabend waren bei Einbruch der Dunkelheit sechs Suchtrupps mit leisen Ruderschlägen in die Nähe des Ufers gefahren und hatten es mit Halogenlampen ausgeleuchtet. Auch für eine anschließende Jagd waren sie gerüstet: An Bord hatten sie Jutesäcke, Stangen mit Fangschlingen und Boxen. Bis ein Gewitter sie zur Umkehr zwang, entdeckten die Sucher jedoch nichts. Nun soll das Tier mit anderen Methoden entlarvt und vor allem identifiziert werden.

"Wir werden jetzt Fotofallen am Ufer aufstellen - in der Hoffnung, dass wir Bilder von dem Tier erhalten", sagte der Sprecher der Stadt Schwandorf, Lothar Mulzer. Zwei bis drei Tage lang soll das Gebiet mit Kameras überwacht werden. Sollte ein Krokodil in die Falle tappen, werde sofort eine neue Suche gestartet. "Wenn sich auf diesen Filmen aber nichts zeigt, müssen wir feststellen, dass es keine ernsthafte Gefahr gibt", sagte Oberbürgermeister Hey.

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