„Alternative Mitte“ gegründet : Kritik an neuer AfD-Strömung

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„Alternative Mitte“ soll bürgerlichen Kräften wieder mehr Gehör verschaffen

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04. Februar 2018, 20:20 Uhr

Bei der Alternative für Deutschland (AfD) in Mecklenburg-Vorpommern hat sich eine eigene „Alternative Mitte“ gegründet. Etwa 20 bürgerlich-konservative Mitglieder um die Bundestagsabgeordnete Ulrike Schielke-Ziesing und den Schweriner Landtagsabgeordneten Christoph Grimm hoben die Interessengruppe am Samstag in Malchin (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) aus der Taufe – und stießen damit gleich auf Kritik ehemaliger Parteifreunde. Man verstehe sich als verantwortungsvolle Kraft in der Partei, welche einen sachlichen und anständigen Umgang untereinander pflege und den gegenseitigen Respekt – trotz inhaltlicher Unterschiede – in der Partei hochhalte, hieß es von der „Alternativen Mitte MV“.

Die neue Strömung dient nach Ansicht der Partei „Bürger für Mecklenburg-Vorpommern“ aber nur „als Feigenblatt für radikale Kräfte“. In der AfD habe es einen Rechtsruck gegeben, diese Gründung komme viel zu spät“, kritisierte der BMV-Vorsitzende Michael Bertram gestern in Greifswald. Die BMV ist vor zwei Wochen von Politikern gegründet worden, die die AfD seit dem „Rechtsruck“ verlassen hatten, darunter vier der anfangs 17 Landtagsabgeordneten der AfD.

Als Sprecherin der „Alternativen Mitte MV“ wurden Schielke-Ziesing gewählt, die ihren Wahlkreis an der Seenplatte hat, sowie Ex-Landesgeschäftsführer Frank Kortmann.

„Wichtig ist nicht, wie viele Mandatsträger bei uns sind, sondern, dass wir an der Basis stark vertreten sind“, meinte die Bundestagsabgeordnete. Mit Blick auf die wenigen Gründungsmitglieder meinte Schielke-Ziesing, die AfD habe 2013 auch mit wenigen Mitgliedern begonnen.

Beobachter sehen in dieser Gruppe vor allem den Versuch, die Partei im Zuge der Auseinandersetzungen mit dem rechtsnationalen AfD-Flügel um den umstrittenen Thüringer Landeschef Björn Höcke vor weiteren Abspaltungen zu bewahren.

Die AfD hat im Nordosten mit rund 650 Mitgliedern, etwa ähnlich viele Parteiangehörige wie die Grünen und die FDP. „Wir hatten 2017 ja schon mal versucht, mit Mittelständlern einen Anklamer Kreis in der AfD zu gründen, und sind sehr angefeindet worden“, erklärte Bertram. Gleiches drohe der neuen Strömung. Bertram lud die Mitglieder der „Alternativen Mitte MV“ ein, gleich zur BMV zu kommen. Für eine Gruppierung innerhalb der AfD sei es viel zu spät. Die radikalen Kräfte hätten nachhaltig das Ruder übernommen.

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