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Naturschutzbund verteidigt Methoden : Kritik an Großjagden in Nationalparks

vom

In Nationalparks sind nach Überzeugung des Naturschutzbundes in Mecklenburg-Vorpommern wenige Großjagden im Jahr effektiver als die Einzeljagd. Der Nabu verteidigte jetzt die gängige Jagdpraxis in den Schutzgebieten.

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erstellt am 10.Feb.2013 | 06:32 Uhr

Schwerin | In Nationalparks sind nach Überzeugung des Naturschutzbundes (Nabu) in Mecklenburg-Vorpommern wenige Großjagden im Jahr effektiver als die Einzeljagd. Der Nabu verteidigte jetzt gegenüber dem Jagdverband des Landes die gängige Jagdpraxis in den Schutzgebieten. Jäger hatten kritisiert, dass es im Müritz-Nationalpark im vergangenen November drei Drückjagden mit jeweils bis zu 160 Schützen gab, während die Einzeljagd in den Nationalparks eingeschränkt wurde.

Laut Nabu werden bei Großjagden für die erforderliche Reduzierung des Wildbestandes nur wenige Tage im Jahr benötigt, sie seien damit in den Wäldern vergleichsweise störungsarm. Der Nabu-Vorsitzende Stefan Schwill sagte: "Die hohe Anzahl des erlegten Wildes zeigt, dass in Teilen des Müritz-Nationalparks, in denen bisher ausschließliche Einzeljagd betrieben wurde, noch immer ein sehr hoher Wildbestand existiert." Viel Wild gefährde die natürliche Waldentwicklung, da zum Beispiel junge Eichen und Ebereschen stark verbissen werden und nicht wachsen können.

Daher hätten die Naturschutzverbände gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium und dem Landesjagdverband in der Arbeitsgruppe Wildtiermanagement einvernehmlich ein Papier erarbeitet. Auf dieser Grundlage wurde die jetzige Jagd-Verordnung für die Nationalparks erlassen. MV stehe damit deutschlandweit an der Spitze eines nationalparkgerechten Wildtiermanagements, das sich bewährt habe und auch in anderen Bundesländern Beachtung finde, sagte Schwill. Die Jagd in den Nationalparks diene ausschließlich der Wildbestandsregulierung - und nicht den Trophäen-Sammlern.

Wie berichtet, hatte zudem eine Drückjagd im Sezember für Wirbel gesorgt, bei der gegen etliche Vorschriften von Tierschutz- und Jagdgesetz verstoßen worden sein soll. Das Umweltministerium hat deshalb eine Prüfkommission eingesetzt.

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