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Mecklenburg-Vorpommern

25. November 2017 | 01:23 Uhr

Kritik an Fachkräftemangel in Krippen

vom

svz.de von
erstellt am 05.Jul.2013 | 10:12 Uhr

Schwerin | Neue Kritik an der Personalausstattung in den Kindertagesstätten des Landes: Nachdem am Mittwoch bereits die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie die Linksfraktion im Landtag darauf aufmerksam gemacht hatten, dass bis 2015 jährlich 400 Kita-Erzieher/-innen fehlen, legte gestern die Bertelsmann Stiftung nach: In keinem anderen Bundesland müssten sich die Fachkräfte in den Kitas um so viele Kinder kümmern wie in Mecklenburg-Vorpommern, heißt es im "Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme" der Stiftung. Hierzulande läge der Personalschlüssel in Krippengruppen bei 1:5,7 - und sei damit deutlich schlechter als der Bundesdurchschnitt von 1:4,5. Generell sei in Ostdeutschland die Erzieher-Kind-Relation schlechter als in westdeutschen Bundesländern, so die Stiftung.

In altersübergreifenden Gruppen, in denen Kinder von unter einem Jahr bis zum Schuleintritt betreut werden, sei hierzulande der Personalschlüssel besonders schlecht: Eine Fachkraft betreut in derartigen Gruppen im Durchschnitt 10,8 Kinder. "In dieser Gruppenform bestehen demnach für Kinder unter drei Jahren schlechtere Voraussetzungen für eine gute Kita-Qualität als in den Krippengruppen in MV. Für Zweijährige, die sogenannte geöffnete Kindergartengruppen besuchen, gelten mit durchschnittlich 1:13,8 die schlechtesten Personalschlüssel aller Bundesländer", konstatiert die Stiftung. Sie hebt allerdings auch hervor, dass das hier beschäftigte pädagogische Personal ein "vergleichsweise hohes formales Qualifikationsniveau" hat. Ihr Fazit aber lautet, "dass bei weitem zu wenig Personal in den Kitas in MV beschäftigt wird, um strukturell angemessene Rahmenbedingungen für eine gute Qualität zu ermöglichen".

Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt für Krippen übrigens einen Personalschlüssel von 1:3. Die im Ländervergleich günstigste Betreuungsrelation haben die Krippen in Bremen, wo eine Erzieherin rechnerisch für 3,1 Kinder verantwortlich ist. Allerdings gingen dort zum Stichtag 1.3. 2012 auch nur 21,2 Prozent der unter Dreijährigen in eine Kita oder zur Tagespflege, hier im Land waren es 53,6 Prozent.

Ungeachtet der Kritik am Personalschlüssel sieht das Sozialministerium keinen Grund für Änderungen bei der Betreuung von Kleinkindern. "Für uns zählt beim Personal Qualität statt Quantität", sagte Sozialstaatssekretär Nikolaus Voss gestern in Schwerin. Fast 94 Prozent des pädagogischen Personals im Land habe eine Fachausbildung, in Bayern seien es 54,7 Prozent. "Wir haben zwar weniger Personal in den Gruppen, aber dafür das besser qualifizierte." Laut Voss hat sich gezeigt, dass die Verkleinerung der Gruppen bei den älteren Kindern als dringender angesehen wird. Im neuen Kindertagesförderungsgesetz (Kifög) ist das Fachkraft-Kind-Verhältnis im Kindergarten von 1:18 auf 1:17 abgesenkt worden.

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