Vergleich ohne Aussagekraft : Kritik an Berichten über Polizeidichte

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Gewerkschaft der Polizei betont, der Vergleich der Anzahl der Polizisten mit der Zahl der Einwohner habe „keinerlei Aussagekraft“

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21. Januar 2016, 06:00 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern regt sich Kritik an Berichten, wonach Mecklenburg-Vorpommern deutschlandweit das Flächenland mit den meisten Polizisten je Einwohnern ist. Mit 366 Polizisten je 100 000 Einwohnern stehe das Land besser da als alle anderen Flächenländer, hieß es in dem Bericht der „Rheinischen Post“.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bezeichnete derartige Berechnungen als „Taschenspielertricks“. Der Vergleich der Anzahl der Polizisten mit der Zahl der Einwohner habe „keinerlei Aussagekraft“, sagte GdP-Landeschef Christian Schumacher. Die Zahlen blendeten Kriminalitätsbereiche wie Grenzkriminalität und die Kriminalität im Transitverkehr völlig aus. Auch sei Mecklenburg-Vorpommern nun einmal das am dünnsten besiedelte Bundesland. Schumacher wiederholte die Gewerkschafts-Forderung nach einer weiteren personellen Aufstockung der Landespolizei. Die bisherigen Maßnahmen seien nicht ausreichend.

Peter Ritter, innenpolitischer Sprecher der Linken im Landtag, stieß ins selbe Horn: „Nein, die Polizei ist nicht gut aufgestellt“, sagte er gestern. Er forderte die Einrichtung einer fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe, um über das Problem zu beraten.

Aus dem Innenministerium hieß es, die Zahlen seien für das Ministerium „keine Arbeitsgrundlage“. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sagte: „Gemessen an der Bevölkerung mögen wir zwar die höchste Polizeidichte in Deutschland haben – zieht man jedoch die Fläche heran, sind wir eher dünn aufgestellt.“ Das Finanzministerium von Heike Polzin (SPD) hatte dieselbe Berechnung bereits im März 2015 herangezogen, um Polzins Forderung zu begründen, nach weiterem Einsparpotenzial bei der Polizei zu suchen.

Damals hatten sich Caffier und Polzin darauf geeinigt, über die Personallage bei der Polizei ein Gutachten erstellen zu lassen, dessen Ergebnisse im Herbst 2016 vorliegen sollen. Gestern hieß es dazu aus dem Finanzministerium: „Dabei bleibt es auch.“

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