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Hansa-Hooligan bestreitet Vorwürfe : Kristian S. des versuchten Totschlags angeklagt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mutmaßlicher Krawallfan steht vor dem Landgericht Rostock

Heute konnte der Staatsanwalt endlich die Anklage gegen Kristian S. (32) verlesen. Der Vorwurf: versuchter Totschlag und mehrfache gefährliche Körperverletzung. Der Hansafan und Nautische Offizier einer schwedischen Fährlinie soll Polizeibeamte mit Steinen und Reizgas attackiert haben. Kristian S. bestreitet die Tatvorwürfe.

Am 29. November 2014 ging es in der DKB-Arena wieder einmal hoch her. Die Hanseaten hatten Dynamo Dresden zu Gast. Es herrschte eine aggressive Grundstimmung. Polizist Frederik K. aus Koblenz: „Wir hatten die Aufgabe, das Rolltor zu schützen, das die rivalisierenden Fans trennte. Die Dresdener hatten bereits die Hälfte des Tors hochgezogen und warfen brennende Feuerwerkskörper hindurch, da spürte ich einen starken Aufprall auf meinem Rücken und gleich neben mir wurde eine Kamera zerstört“. Das war kurz vor 17 Uhr.

Bereits um 14.50 Uhr sei der Angeklagte alleine auf die Polizisten zugelaufen und habe einen Stein mit voller Wucht geworfen. Dieser traf den Polizeibeamten Robert Sch. an der linken Brustseite, ein weiterer Stein seinen Kollegen Martin Ch. an der rechten Schulter. Das bestätigten die beiden Beamten gestern in ihrer Zeugenaussage. Um sich einer späteren Identifizierung zu entziehen, sei der Mann dunkel gekleidet gewesen und habe eine schwarze Sturmhaube getragen. Sie hätten auch gesehen, wie derselbe Mann mit einem Schraubendreher Katzenkopfsteine aus dem Erdboden löste und sie auf die Polizisten warf. Beide sagten aus, dass der Verdächtige schwarze Socken über seine auffallenden Adidas-Schuhe gezogen hatte. Ein Pflasterstein mit einem Gewicht von zwei Kilogramm habe einen Polizisten getroffen. Den Wurf mit einem Stein dieser Größe wertete der Staatsanwalt als versuchten Totschlag.

Er warf Kristian S. außerdem vor, am 26. April 2014 während des Spiels gegen Leipzig mit Pyrotechnik geworfen, Beamte als „Schweine“ und „Wichser“ beschimpft und einen mit einem Stein in der Leistengegend getroffen zu haben. Er habe die Polizisten auch mit Reizgas besprüht. Um eine Identifizierung zu erschweren, habe er zwischendurch seine Jacke gewechselt. Zu allen Vorwürfen wurden gestern Polizeivideos gezeigt.

Am Schluss der Verhandlung beantragte die Verteidigung, die gesamten Polizeiaufnahmen ansehen zu können. Seine Polizeigläubigkeit gehe nicht soweit, den Videoausschnitten unbesehen zu glauben, sagte e. Es gebe mehrere vermummte Personen. Überhaupt habe sich das Gericht bereits auf die Täterschaft seines Mandanten festgelegt. „Der Heißhunger, eine Person als Täter zu präsentieren, ist groß“.

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