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Leserbriefe zum Thema Russland : Krisenherd lässt viele Leser zur Feder greifen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Viele Interessierte haben in den vergangenen Tagen unsere Leseraktion genutzt, um uns ihre Sicht der Dinge im Hinblick auf die Krise zwischen Russland und der Ukraine mitzuteilen. Mit dem Aufruf zur Debatte haben wir ins Schwarze getroffen.

Es ist erschreckend wie das alte Feindbild Russland wieder aktuell ist. Es beginnt damit, dass meiner Meinung nach jede Gelegenheit genutzt wurde und wird, Putin und Russland auf niedrigstem Niveau zu diskreditieren, wie beispielsweise bei den  Olympischen Winterspiele in Sotschi.

Deutschland hat es zwar für nötig gehalten, bei der Gedenkfeier zum D-Day teilzunehmen. Mit dem Hintergrund von über 19 Millionen Toter allein in der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg, einen Krieg, den in erster Linie Deutschland zu verantworten hat, bewertet es die Deutsche Regierung aber als Provokation an eine Gedenkfeier zum Weltkrieg eingeladen zu werden.

In der Zwischenzeit ist es uns gelungen, unseren „alten und neuen Feind“ mit Hilfe unseres Big Brother, ewigen Friedenbringers und Weltpolizistens auf die Pelle zu rücken, sprich  die westlich verbündeten Staaten näher an Russland zu installieren.

Sanktionen gegen Russland ohne die Möglichkeiten von fairen, gleichberechtigten Gesprächen genutzt zu haben, sind für mich politisch verantwortungslos. Sie nutzen nur Politikern die sich auf Kosten eines gefährlichen Spiels mit dem Feuer profilieren wollen und nicht zuletzt den ewigen Gestrigen.

Manfred Gütschow, Roggentin

 

Warum hauen wir immer mit aller Macht auf die USA ein? Haben sie uns bedroht? Haben sich Soldaten in der Masse unmenschlich gegenüber der Bevölkerung benommen? Hätte die Sowjetunion militärische Erfolge im Zweiten Weltkrieg ohne Unterstützung der USA im Besonderen und der westlichen Alliierten im Gesamten erreicht? Ohne der Offensive in der Normandie?

Glaubt denn jeder Leser, dass Russland im punkto NSA nicht gegenhalten kann? Warum hat sich Russland permanent aus dieser Diskussion herausgehalten? Ich glaube die Antwort liegt nur in der westlichen Meinungsfreiheit begründet, die in Russland nicht erwünscht ist! 

Eine Zusammenarbeit der Großmächte, um Probleme in der Welt – auch militärisch – zu beantworten, wäre mir natürlich lieber. Leider ist es nicht so, aber man sollte objektiver in dieser Situation urteilen! Für mich bedeutet das: Die Separatisten müssen weg. Solche Dilettanten, die ein Flugzeug abschießen, kann sich auch Putin nicht leisten!   Russland muss die Unterstützung aufgeben und diesen Leuten klarmachen, dass sie ihre Interessen in einer demokratischen Partei Gehör verschaffen. Denn die Ukraine, wie jeder Staat, hat das Recht für Ruhe und Ordnung in ihrem eigenen Territorium zu sorgen – auch mit Mitteln die die Verfassung zulässt. Das würden Deutschland, Russland, Großbritannien, Frankreich, die USA  etc. genauso machen.

Ach ja, Ausdehnung der Nato: Hat nicht Russland dafür Vorleistung gebracht? Tschetschenien, Georgien, Armenien und diverse autonome Republiken? Da stellt sich doch den Anrainer Staaten die Frage: Wo fühle ich mich sicherer? Ich kann mich an keine Volksaufstände dagegen erinnern. Natürlich passt das Putin nicht.

Ich finde die Sanktionen in ihrer Signalwirkung positiv. Leider werden immer die Schwächsten der Gesellschaft in Mitleidenschaft gezogen, aber die Verursacher sind für mich nicht die, die Sanktionen verhängen. Die sie verhängen, sind in der Regel die, die als erste Hilfe danach anbieten! (...)

Jürgen Pietrzik, Warin   

 

Statt Militärmanöver, Drohungen und Wirtschaftssanktionen, inzwischen auch seitens Russlands, kann es auch heute nur heißen: die Waffen nieder, keine Waffenlieferungen in Konfliktgebiete, Diplomatische Lösungen zur Konfliktbewältigung, strikte Einhaltung des Prinzips der Nichteinmischung in Angelegenheiten eines anderen Staates!

 

Scharfmacher, die mit immer gefährlicheren Sanktionen das politische Klima vergiften, sollten ihrer Funktion enthoben und durch friedensstiftende Diplomaten ersetzt werden. Noch heute ist Deutschland froh, Politiker wie beispielsweise Willy Brandt und Egon Bahr gehabt zu haben, die ihrer Zeit durch geschickte, gleichberechtigte Verhandlungen mit der Gegenseite Entspannung und letztendlich die Einheit Deutschlands beförderten. Nur so kann ein Interessenausgleich erreicht werden, niemals durch Militärmaßnahmen.

Dr. Hans Bomke, Schwerin

 

In dieser Woche war ein Tag weltweit der Freundschaft gewidmet und in den Medien wurde dieses menschliche und hehre Gut in verschiedensten Formen gewürdigt. So erhielt der ehemalige polnische Außenminister einen gerade gestifteten Orden des Landes M-V sicherlich zu Recht und äußerte sich u.a. positiv zum deutsch-polnischen Verhältnis, doch wie fast von mir erwartet, wurde dabei die DDR-Zeit ausgeklammert. Dabei kann doch niemand ernsthaft die unendlich vielen Anstrengungen der Bürger dieses Landes in Frage stellen.

Dieser Staat war es doch, der bereits 1950 die Oder-Neiße-Grenze als unantastbare Friedensgrenze zwischen dem deutschen und polnischen Volk anerkannt hatte. Wer hat die Reparationen, die das besiegte Deutschland an die UdSSR begleichen musste, zum allergrößten Teil über Jahre durch fleißige Arbeit der Bürger bezahlt? Und wer hat seinen größten Anteil an der Wiederherstellung des Vertrauens zwischen den Deutschen und Sowjetvölkern in den Nachkriegsjahrzehnten geleistet? Die deutsch-sowjetische Freundschaft, heute durch die politische Klasse als eine aufgezwungene Angelegenheit verunglimpft, hat dem Ansehen Deutschlands wieder Geltung verschafft. Auch wenn der slawisch-orthodoxe Bruderkuss in unserer Kultur nicht zu Hause ist, sollte er doch das Wesen der Freundschaft zwischen Menschen und Staaten zum Ausdruck bringen.

Freundschaft ist ein hehres Gut in unserem Leben, mit dem man nicht leichtfertig umgehen sollte und nicht alles sollte als Freundschaft gelten. Es kann sie zwischen Menschen, die sich kennen und verstehen lernen, geben - dem Wollen beider Seiten entsprechend. Dienen sollte sie dem Wohl beider Partner und von ihnen geschützt werden gegen Versuche von außen, sie in Zweifel zu ziehen oder gar zu beschädigen. Dagegen frage ich mich aus heutiger Sicht, kann es überhaupt die Jahrzehnte währende unverbrüchliche und brüderliche Freundschaft zwischen Staaten gegeben haben, auch wenn sie von Parteien, die sich Bruderparteien nannten und von Staatsmännern geleitet wurden, die einer sozialistischen Staatengemeinschaft vorstanden?

Dieser oftmals geschmähte Bruderkuss zwischen Breschnew und Honecker verhilft noch heute dem politischen Gegner von einst, Verständnis bei vielen Menschen zu gewinnen, wenn sie sich höhnisch über die „sozialistische Staatengemeinschaft“, den sogenannten Ostblock, äußern. Genau, die Menschen, die eine Wertegemeinschaft der westlichen Welt nicht genug preisen können, wollen den Menschen weismachen, sie vertreten einen wirklichen Bund von Freunden.

Die 1949 wenige Wochen vor der DDR gegründete BRD wurde zwar aus der öffentlichen Obhut der westlichen Besatzungsmächte, vorrangig der USA entlassen, doch sie blieb wie die DDR letztlich ein Faustpfand der Siegermacht. Das wurde im Gefolge der Zerstörung des sozialistischen Weltsystems durch die USA im Bündnis mit der NATO sehr deutlich. Sie ist heute noch, auch nach dem 2+4 - Vertrag und der daraus abgeleiteten völligen Souveränität Deutschlands, durch Geheimvertrag an die USA gebunden - ein Vasallenstaat also! Das wurde nicht zuletzt durch die Veröffentlichungen von Snowden über die Geheimnisse des NSA deutlich und vor aller Welt sichtbar.

Es zeigt sich dem Betrachter, jeder ist seines Glückes Schmied, sich selbst aber der Nächste und er opfert dafür „vermeintliche Freunde“ zugunsten des eigenen Landes. Die Absicht der USA, als selbstbezeichnete mächtigste Großmacht der Welt und den damit verbundenen Anspruch, ausgedrückt in ihrer Ideologie als „einzigartige US-Nation“ und „Einmaligkeit der Nation“ bringen die Absichten der herrschenden politischen Klasse deutlich und unmissverständlich zum Ausdruck: Der Welt ihren Stempel aufzudrücken!

Ihre zahlreichen angezettelten Kriege nach dem Ende des 2. Weltkrieges, die angeblich der Beseitigung des Terrors und der diktatorischen Regimes dienen sollten, dienten in Wahrheit immer der Vergrößerung ihrer Macht in der Welt und haben den Tod von Millionen Menschen und Zerstörung menschlichen Zusammenlebens hinterlassen.

Die BRD ist ein treuer Vasall der USA und deutsche Persönlichkeiten wie Merkel und Gauck beteuern immer wieder die globalen Ziele dieses Staates.

Hans Jürgen Grebin, Rostock

 

Herr Jazenjuk will dem Parlament ein Gesetz zur Abstimmung vorlegen, das den kompletten Stopp des Gastransits zur Folge hat. Noch fließt russisches Gas über die Ukraine nach Westeuropa, aber das kann sich sehr schnell ändern. Russland wusste schon, warum die Gasleitung durch die Ostsee gebaut werden musste. Westeuropa wird sein Gas aus Russland erhalten, aber ob die Ukraine dann noch Gas bekommen wird, ist nicht gewiss. Es werden noch mehr Leitungen gebaut werden und der Transit durch die Ukraine wird dann vielleicht sogar überflüssig. Die Ukraine selbst wird sich mit dieser Maßnahme keinen guten Dienst erweisen.

Nur um sich an den Sanktionen gegen Russland zu beteiligen und um den USA eine Freude zu machen, schneidet sich die Ukraine ins eigene Fleisch. Noch ist die Ukraine im Gasgeschäft ein Partner von Russland. Will sie das aufs Spiel setzen? Ich sehe in so einer Maßnahme beim besten Willen absolut keinen Sinn. Ideen, die aus Hass geboren wurden, diesmal aus Russenhass, haben noch nie viel getaugt und waren in den allermeisten Fällen zum Scheitern verurteilt.

Hoffentlich denkt die Mehrheit im ukrainischen Parlament logisch. Aber ich glaube, da sind berechtigte Zweifel angebracht.

Helmut Kurzmann, Görslow

 

Ist es nicht paradox? Der Friedensnobelpreisträger Obama führt den Friedensnobelpreisträger EU am Nasenring durch die Arena und beide ermuntern die Ukraine mit geballter Waffenkraft mordend gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen.

Von Anbeginn der durch den Westen ausgelösten Krise fordert Russland Verhandlungen zwischen allen an dieser Krise beteiligten Seiten, um den Konflikt zwischen der mit Faschisten durchsetzten ukrainischen Regierung und den Bürgern im Osten des Landes beizulegen. Doch offensichtlich liegt eine Lösung des Konfliktes am Verhandlungstisch nicht im Interesse der USA. Für sie ist die Ukraine nur Mittel zum Zweck, denn es geht ihr um die Schwächung Russlands. Putin ist den USA ein zu selbstbewusster, sich dem Willen des Westens nicht unterordnender Staatsmann. Und so werden seitens der Ukraine, von Biden und Rasmussen weiter bestärkt, mit zunehmender Härte Wohnhäuser und auch ein Krankenhaus unter Artilleriebeschuss genommen.

Eine von Russland vorgeschlagene notwendige humanitäre Hilfe wird nun wieder für üble Hetze gegen Putin missbraucht. Ihm wird auch in deutschen Medien unterstellt, er würde mit dem Hilfskonvoi Waffen und Soldaten in die Ukraine bringen wollen. Selbst das Angebot vom russischen Außenminister, die Fahrzeuge von Vertretern des Roten Kreuzes, der OSZE und der Ukraine begleiten zu lassen, wird erst einmal abgelehnt.

Will man jetzt den totalen Exodus der russischen Minderheit? Aber auch die deutschen Medien sind sich nicht zu primitiv, einen von Putin ausgelösten Krieg herbeizureden.

Wolf-Dieter Rohenstein, Perleberg

 

Nun war der Generalsekretär der Nato, Herr Rasmussen zu Gesprächen in der Ukraine bei Herrn Jazenjuk, dem Regierungschef der Ukraine. Versprochen wurden Hilfen erstmals ideologischer und materieller Art. Was bekannt wurde. Ob es auch Geheimgespräche gab, ist nicht bekannt, aber möglich. Es wird also das geschehen, was Russland verhindern wollte, dass Nato-Truppen an der russischen Grenze stehen. Mit Georgien wartet bereits der nächste Kandidat. Russland wird von der Nato eingekreist, schlimmer wie zu Zeiten des kalten Krieges. Wozu?

Am 5. August sah ich im TV einen Bericht über Freischärler in der Ukraine, die von Oligarchen bezahlt werden und gemeinsam mit der ukrainischen Armee gegen die Rebellen kämpfen. Einer der Anführer sagte wörtlich: „Wenn wir richtig losschlagen, marschieren wir durch bis Moskau.“ Welch ein Größenwahn. Oder kannte er bereits geheime Aufmarschpläne? Das wäre aber auch für uns sehr fatal!

Die Wirtschaftssanktionen zeigen Wirkung, aber auf beiden Seiten. Unser Wirtschaftsaufschwung wird wohl an Kraft verlieren. Wenn Russland sich wirtschaftlich umorientiert, steht wohl China an allererster Stelle, eine Gasleitung dorthin ist bereits im Bau. Andere Leitungen werden sicherlich noch folgen. Die USA sind weit vom Schuss, aber bei der Ukraine-Frage haben sie das Sagen. Egal was kommt, wir werden es ausbaden müssen. Das sollte man immer bedenken.

Helmut Kurzmann, Görslow

 

Ich erinnere mich: Sechs junge Männer aus meiner Familie nahmen am 22. Juni 1941 am wort- und vertragsbrüchigen Überfall des faschistischen Deutschland auf die Sowjetunion teil. Schwere unverzeihbare Wunden hatten auch sie dem Land zugefügt. An den verheerenden Schlachten der Kriegsmaschinerie vor Moskau und Stalingrad waren sie beteiligt. Glück war ihnen hold. Sie entkamen und überlebten dieses Inferno. Von den Strapazen des Krieges und der Kriegsgefangenschaft schwer gezeichnet, kehrten sie zu ihren Eltern und Familien zurück. Danach, in einer gemeinsamen Begegnung, schlossen sie sich glücklich in die Arme und schworen mit Tränen in den Augen: „Nie wieder Krieg und an keinem wieder teilnehmen!“ Nun ist diese ihre Generation längst verstorben, aber ihre Narben der Kriegshandlungen sind unauslöschbar.  Wüssten sie, heute noch lebend, von den Kriegen und Kriegssituationen, würden sie ihren Protest unverstummend erheben.

Die ersten und zweiten Weltkriege sind doch lehrende Mahnung der Verbrechen an die Menschheit. Sie sie vergessen? Heute ist wieder ein großes Säbelrasseln weltweit zu vernehmen. Deutschland ist auch wieder dabei! Der Nato-Generalsekretär Rasmussen feilt am Feindbild Russland. Putin hat an dem Krieg in der Ukraine schuld! Das ist die vorgefasste Meinung der Politiker der westlichen Allianz. Alle beugen sich den Forderungen des „Weltgendarmen“ USA. Das Ende August angekündigte Manöver von der Nato in der Ukraine ist eine Provokation höchsten Grades gegenüber Russland. Soll Putin dieses Kriegsspiel im Nicht-Nato-Land Ukraine tatenlos mit ansehen? Er sieht sein Land gefährdet. Der Ausschluss vom G8-Gipfel ist ein großer Fehler der zuständigen Politiker. Die Sanktionen gegen Russland werden auch Deutschland im Umkehrschluss empfindlich treffen. Völlig unverständlich ist für mich, dass der Bundespräsident Joachim Gauck als bekennender Christ und Pfarrer a. D. auf der 50. Sicherheitskonferenz dieses Jahres in München mehr globale Einsätze der Bundeswehr fordert. Nach all den Kriegstragödien ist es grotesk, Kriegseinsätze zu fordern. Nein, das darf es nicht geben!

Walther Krüger, Dudinghausen

 

Seit Monaten steht die Ukraine im Focus des Weltgeschehens, im Staatsfernsehen und den Medien der Bundesrepublik besonders einseitig im Stil der PK-Berichterstattung vergangener Zeiten mit Feindbild Putin. Tatsächliche Hindergründe, Motive und Ursachen bis zur Suche und Findung von Verantwortlichkeiten und Verantwortlichen werden weitestgehend ausgeklammert und vermieden.

Warum wird Putin eigentlich als Diktator, Aggressor und Unmensch dargestellt, der ausgeschaltet werden muss? Ohne Erinnerung an jüngste Geschichtsabläufe ist eine Einordnung der Geschehnisse und ihre Wertung kaum möglich. Und diese Zusammenhänge vermisse ich sowohl in der derzeitigen Berichterstattung als auch viel schmerzhafter in Sprache und politischen Aktivitäten unserer Regierungsmitglieder.

Zur Erinnerung: Zu Zeiten des Kalten Krieges hatten weder US-amerikanische noch europäische Finanz- und Wirtschaftskonzerne direkten Einfluss auf politische und ökonomische Geschehnisse in der damaligen Sowjetunion, insbesondere gab es keinen Zugriff auf Bodenschätze und Ländereien. Unter Gorbatschow wurden diese Verhältnisse peu à peu verändert, von politischer Lockerung über internationale Öffnung bis zur ökonomischen Wirksamkeit westlicher Konsortien. Ergebnis: Die Sowjetunion zerfiel in viele Einzelstaaten mit unterschiedlichen Staatsorientierungen.

Eines aber war typisch für alle ehemaligen Sowjetrepubliken: In der Regierungszeit Jelzins hatten sich in allen Republiken, einschließlich Russland, aus den zweiten und dritten Funktionärsebenen unter Anleitung und Hilfestellung internationaler Finanzhäuser die sogenannten Oligarchen herausgebildet, die in und mit ihren Strukturen die Macht über alle entscheidenden Einflussgebiete ausübten (Oligarchie = grch. Herrschaft einiger weniger Personen oder Geschlechter. Je nach Zeit und Sprachgebrauch auch Bande, Gang, Clan o. a.). Damit war die Grundlage geschaffen, dass die internationale Finanzwelt und ihre Wirtschaftsimperien ihren Bedarf an Ländereien und Menschen in allen diesen Ländern hätten erwerben und nutzen können, wie es in den meisten dieser nun autonomen Staaten geschah.

Mit Übernahme der Regentschaft durch Putin wurde jedoch dieser Ausverkauf Russlands gestoppt. Oder anders gesagt, mit Machtantritt Putins waren die so nahe liegenden Ziele der US- und europäischen Finanzkartelle blockiert. Und das verzeiht man ihm nie! Wir betrachten die Weltkarte und sehen auf dem größten Kontinent die geballte Landmasse Russlands, 17 Mio. km und 140 Mio. Einwohner, mit China, 10 Mio. km mit 1,4 Mrd. Einwohner, nur durch Landgrenzen getrennt, mit all ihren Reichtümern an Bodenschätzen, Energieträgern und Menschen als Konsumenten. 50 Prozent der Fläche Eurasiens, 25 Prozent der Weltbevölkerung! Und Putin hindert die westliche Finanzwelt über diese Pfründe nach eigenem Wunsch und Willen bestimmen und herrschen zu können. Das ist eben sein Verbrechen, deshalb das Feinbild.

Egal, welche Oligarchen die Macht in der Ukraine übernehmen werden, das Ziel der USA und EG bleibt, Russland muss in den westlichen Machtpool!

Horst Dobbrick, Schwerin

 

Deutschlands Außenpolitik der jüngsten Zeit lässt die schlimmsten Befürchtungen, ja Ängste aufkommen. Da werden Staaten ins Elend getrieben, andere gezielt destabilisiert und noch andere versucht man mit bösartiger Lust in die Isolation zu treiben. Der Außenminister kungelt mit Maidanputschisten, unterschreibt Abkommen, die er schon am nächsten Tag in die Tonne tritt.

Der Bundespräsident (Pfarrer a.D.) findet das Sterben im Kriegseinsatz gar ehrenhaft.

Die Verteidigungsministerin (vielfache Mutter) hält feige und hinterhältige Tötungsmaschinen für unverzichtbar.

Sanktionen, Boykotte und Embargos sind Hauptbestandteil unserer Außenpolitik geworden. Es wird zwar heuchlerisch verkündet, dass der Gesprächsfaden nicht abreißen darf, Organisationen und Personen, die das verantwortungsbewusst wahrnehmen wollen, werden sofort von der ferngesteuerten Medienmeute runtergemacht. Schaut man unsere Verbündeten an, bekommt man das Grausen: Lynchmordbefürworter, skrupellose Raffgier-Oligarchen, „Kunst“-Charlatane, hoch bezahlte Freiheitskämpfer und den ein oder anderen gekauften CIA-Vaterlandsverräter.

Man will Russland in einen Krieg treiben. Die Konstellation ist endlich günstig, Frankreich und Großbritannien sind zu Papiertigern mutiert und wir stehen unmittelbar an der Seite eines Friedensnobelpreisträgers (…).

Hans J. Bock, Warin

 

Auch ich bin der Ansicht, dass an der Eskalation und der heutigen Situation in der Ukraine die Regierungen des Westens und der USA mit Ihrer Einmischung in die inneren Angelegenheiten von souveränen Staaten, die weder dem Staatenverbund der EU noch der USA gehören, die Hauptverantwortung tragen. Die fahrlässigen (oder gar vorsätzlichen?) Fehlinformationen über den tatsächlichen Willen der Ukrainer verleitete die Bundesregierung zum unglücklichen Agieren: Kriminelle wie Frau Timoschenko erfuhren so medienwirksame Unterstützung. Auch ein Vitali Klitschko trägt Mitverantwortung.

Die vielen Toten und das unsägliche Leid, was dort auf Generationen unvergessen bleiben wird - dies alles haben wir letztlich dem angeblichen Wunsch des Menschen nach Demokratie und Freiheit zu verdanken. Dabei sind, so denke ich, den meisten Menschen überall auf der Welt soziale Sicherheit und Frieden viel wichtiger und damit wertvoller!

Die einstige sozialistische Staatengemeinschaft war ein Garant für die längste Friedensperiode in Europa. Als die Gemeinschaft zerbrach, endete sie alsbald 1991 in Yugoslawien, mit so vielen Toten und ebenfalls unsäglichem Leid. Was denken denn die USA, wie es sich entwickelt, wenn sie den (scheinheiligen) Willen zur Entspannung predigen, gleichzeitig aber vor der Nase Russlands mit Seemanövern die Säbel rasseln? Jeder kann Russland verstehen, wenn es sich dagegen wehrt, dass die NATO ihre Raketen gegen sich nach Polen nun gar in der Ukraine stationiert (…).

Sicherlich wird dann der eine oder andere Ukrainer den einen oder anderen Euro sowie Arbeit erhalten und das Ganze insoweit mit allen Kräften unterstützen. Das sind dann vermutlich wieder die, von denen uns (und der Bundesregierung - nur aus anderer Quelle) in den Medien über die typische Stimmung in der Ukraine berichtet wird. Wo sich USA und NATO in die inneren Angelegenheiten souveräner Staaten einmischen, gibt es Krieg, das haben die letzten 60 Jahre gezeigt. Was sie stets hinterließen auch. Dass es auch anders geht, haben insbesondere die Ostdeutschen 1989 und 1990 bewiesen - die Stasi mit eingeschlossen.

Michael Linke, Schwerin

 

Mit dem Für und Wider zum Russland-Tag in MV geht es doch wieder mal um die Rivalität zwischen den politischen Lagern. Es ist doch ein Wirtschaftstreffen, auf dem es um Handel und Wandel geht. Wem ist damit gedient, wenn durch Blockaden und Sanktionen diese Beziehungen zum Erliegen kommen? Weder der deutschen noch der russischen Seite. Ganze Produktionen und massenhaft Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel. Und noch eins: so lange gehandelt und verhandelt wird, wird nicht geschossen. Der Russland-Tag Ende kann in meinen Augen durchaus eine vertrauensbildende, friedenserhaltende Maßnahme sein.

Karl-August Puls, Schwerin

 

Den Krieg in der Ost-Ukraine gegen die prorussischen Separatisten haben die ukrainischen Nationalisten unter Führung des Präsidenten Poroschenko ohne jeden Versuch einer diplomatischen Lösung begonnen. Die friedliche Bewegung des Maidan gegen die Regierung hat mit der Unterwanderung und Bewaffnung durch Ultra-Nationalisten das Land in eine tiefe Krise gestürzt. Mit der Wahl des Oligarchen Poroschenko zum Präsidenten wurden die Ziele des Maidan, keine Oligarchen in der Regierung, mit tatkräftiger Unterstützung der USA und der EU, ins Gegenteil verwandelt. Durch diesen Umsturz wurde der schwelende Konflikt zwischen Ukrainern und Russen weiter verschärft. Dazu bieten die Ultranationalisten den USA die bessere Plattform zur Durchsetzung ihrer geostrategischen Ziele. Das dieser Krieg dabei zu einer ethnischen Säuberung der Ost-Ukraine von der russischstämmigen Bevölkerung führt, müsste den USA und der EU eigentlich klar sein (...).

Die von den USA geforderten und von der EU beschlossenen Wirtschaftssanktionen gegen Russland lösen bestimmt nicht den Ukraine-Konflikt, sondern verschärfen ihn nur. Leidtragende dieses Wirtschaftskrieges wird wieder einmal die einfache Bevölkerung dieser Länder sein. Auch hier muss man wieder feststellen, das die USA unfähig ist diplomatische Lösungen anzubieten, wenn es um ihre geostrategischen Interessen geht. Ein von Bundespräsidenten Herrn Gauck gefordertes stärkeres militärisches Engagement von . Deutschland bedeutet im Klartext noch mehr militärische Unterstützung der USA zur Sicherung ihrer Weltmachtstellung.

Jürgen Windelband, Rostock

 

Es wäre schön, wenn Deutschland mehrere solcher Leute wie unseren Ministerpräsidenten Erwin Sellering und Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hätte, dann wäre manche Krise vermeidbar. (...). Bedeutende Politiker wie Genscher und Kohl  sagten der damaligen Sowjetunion zu, dass es keine Erweiterung der Nato Richtung Osten in Europa geben werde. Nun wundert man sich, wenn Putin sich wehrt (...).  Aber es gibt wohl auch in Deutschland Politiker, die auf den genannten Wortbruch auch unsere Soldaten und später Zivilisten in den Tod schicken [wollen]. Diese Politiker, einschließlich des Bundespräsidenten, brauchen wir nicht. Leute mit mehr Überlegung und Verstand wie Sellering und Schröder sind die besseren Garanten(...).

Fritz Gammelin, Schwanheide

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