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Kriminalpolizei warnt vor neuer Teufelsdroge

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erstellt am 25.Apr.2013 | 07:41 Uhr

Schwerin | Crystal Meth gilt als die derzeit gefährlichste Droge auf dem deutschen Markt: Schon der einmalige Konsum kann süchtig machen. "Wer der Teufelsdroge verfällt, altert im Zeitraffer", sagte gestern Jens Bögelmann, Abteilungsleiter im Schweriner Landeskriminalamt (LKA), bei der Präsentation des Jahresdrogenberichts 2012 für das Land.

Seit einigen Jahren werden Sachsen, Bayern und Thüringen mit Crystal überschwemmt, denn viele Drogenlabore liegen im Nachbarland Tschechien. Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern befürchtet, dass sich die Droge auch im Nordosten ausbreiten könnte. "Wir beobachten die Szene sehr intensiv", sagte Bögelmann. In den letzten fünf Jahren sind die weißen Kristalle, die bei Konsumenten zunächst Glücksgefühle auslösen, dann aber zum raschen körperlichen Verfall führen, in Schwerin, Rostock, Kröpelin und in der Justizvollzugsanstalt Bützow aufgetaucht, teilte das LKA mit. Noch sind die Mengen im Nordosten gering. Im vergangenen Jahr stellte die Polizei in zwei Fällen Crystal in Schwerin mit jeweils 0,3 und 17 Gramm sicher.

Dagegen melden andere Bundesländer für 2012 bereits Horror-Zahlen. In Bayern soll die Zahl der polizeilich erfassten Erstkonsumenten von 24 Personen im Jahr 2009 auf 456 im Jahr 2012 gestiegen sein. Vergleichsweise niedrige Kosten machen Crystal schon für junge Menschen erschwinglich. Ein Gramm reiner Stoff soll nach Angaben des Zolls im Durchschnitt bei 80 Euro kosten.

Gestiegen sind auch die Fallzahlen anderer illegaler Drogen in Mecklenburg-Vorpommern. So weist der Drogenbericht für das Jahr 2012 insgesamt 4430 Rauschgiftdelikte aus. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 838 Fälle und 23,3 Prozent. Besonders bedenklich: Von den 3680 ermittelten Tatverdächtigen waren 22 Kinder im Alter zwischen 12 und 14 Jahren und 299 Jugendliche unter 18 Jahren.

Am häufigsten wurden Drogenkonsumenten und -händler mit Haschisch erwischt. 2200 Fälle registrierte die Polizei in diesem Bereich. An zweiter Stelle standen Verstöße mit Amphetamin mit 651 Fällen. Immerhin 211 Tatverdächtige waren 2012 in Mecklenburg-Vorpommern mit Kokain unterwegs.

Im Land waren fünf Drogentote im Alter zwischen 27 und 35 Jahren zu beklagen. Drei von ihnen waren Frauen. Bereits 2011 hatten fünf Menschen ihr Leben durch Drogen verloren.

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