zur Navigation springen

Tatort Internet : Kriminalität im Netz wird zunehmen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kriminalisten warnen vor Personalabbau

Die Internetkriminalität wird einer Prognose zufolge in Mecklenburg-Vorpommern in den kommenden Jahren deutlich zunehmen, während die Gesamtkriminalität gleichbleibt. Bislang wurde die sogenannte Cybercrime noch nicht vollständig in die Kriminalstatistik aufgenommen, sagte gestern der frühere Chef des Landeskriminalamtes, Ingmar Weitemeier. Wegen des Tatort-Prinzips gingen Delikte, deren Täter im Ausland agieren, nicht in die Kriminalitätsstatistik für Mecklenburg-Vorpommern ein. Ab 2015 sollen diese Straftaten erstmals bundesweit in einem Sondermeldedienst erfasst und ausgewertet werden.

Weitemeier hatte bereits 2005 gemeinsam mit dem Kriminologen der Universität Greifswald, Manfred Bornewasser, eine wissenschaftlich basierte Kriminalitätsprognose bis zum Jahr 2030 für Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet. Sie habe sich bisher bestätigt, sagte Bornewasser. Die Gesamtkriminalität sei um 24,6 Prozent –  von rund 160 000 Straftaten 2005 auf gut 120 000 im vorigen Jahr – zurückgegangen. Bei Diebstählen sei die Fallzahl von 2005 bis 2013 sogar um 35,1 Prozent gesunken. Die Prognosen lagen etwas höher.   Künftig müsse sich die Polizei wegen der technischen Entwicklung und der Verfügbarkeit des Internets auf eine völlig veränderte Kriminalitätslage einstellen. Im Internet würden vor allem Betrugsdelikte zunehmen, besonders zu Lasten älterer Menschen. Zudem müsse sich die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern wegen der Grenze zu Polen und der Ostsee auf mehr internationale Kriminalität einstellen.

Um die organisierte Bandenkriminalität etwa im Bereich des schweren Diebstahls zu bekämpfen, sei eine enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit nötig.

Den Prognosen Bornewassers und Weitemeiers zufolge werden auch Transportdiebstähle zunehmen, vor allem der Diebstahl von Lkw-Ladungen. Weitemeier und Bornewasser schlussfolgerten, dass die Polizei personell nicht weiter reduziert werden dürfe.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen