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Tourismus : Kreuzfahrtboom freut auch die Werften

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die bei Urlaubern immer beliebter werdenden Kreuzfahrten bescheren deutschen Werften volle Auftragsbücher. Weltweit gebe es Aufträge für 55 Kreuzfahrtschiffe mit einer Tonnage von knapp sieben Millionen Tonnen, sagte der Schifffahrtsexperte von der Bremer Agentur für Struktur- und Personalentwicklung (AgS), Thorsten Ludwig, gestern in Hamburg. Nur eins werde dabei in Japan gefertigt. Alle anderen entstünden in Europa, wobei allein auf die niedersächsische Meyer-Werften-Gruppe 19 und auf die sich neu im Markt etablierende Lloyd Werft Gruppe drei Modelle entfielen. Der große Wettbewerbsvorteil für die deutschen und europäischen Kreuzfahrtschiff-Werften bestehe in ihrem hohen Spezialisierungsgrad, „dass man hier langjährige Erfahrung im Bau komplexer, großer Systeme hat“, sagte Ludwig. Hinzu komme, dass auch die Zulieferindustrie auf höchstem Niveau arbeite. Möglich sei dies jedoch nur mit qualifiziertem Personal, vor allem Facharbeitern, betonte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken.

Geiken begrüßte ausdrücklich, dass der asiatische Genting-Konzern im vergangenen Jahr die Lloyd Werft gekauft hat und auch die drei Nordic Yards Werften in Mecklenburg-Vorpommern übernimmt. Allerdings fehle nach wie vor ein Unternehmenskonzept. „Wir brauchen da Transparenz.“

Nach Gewerkschaftsangaben beschäftigen die Meyer-Werft und die Lloyd Werft Gruppe im Kreuzfahrtbereich allein in Deutschland 5500 Mitarbeiter. In der gesamten Schiffbauindustrie arbeiteten derzeit rund 90 000 Menschen, etwa 15 000 davon direkt auf den Werften.

 

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