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Vogelgrippe MV : Kreise widersetzen sich im Stallpflichtstreit

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Die Freude bei Geflügelhaltern war groß, als in der Vorwoche die ersten Landkreise für ganze Regionen die Stallpflicht aufhoben. Doch dann intervenierte das Agrarministerium und pochte auf zeitraubende Einzelfallprüfungen. Drei Landkreise bleiben dennoch standhaft.

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erstellt am 13.Mär.2017 | 19:34 Uhr

Das Agrarministerium in Schwerin hält im Streit um ein Ende der Stallpflicht für Nutzgeflügel an der Forderung nach Einzelfallprüfungen fest. Es stößt bei den Kreisen damit aber auf Widerstand. So bleiben drei der sechs Landkreise bei ihrer Regelung, für unbedenkliche Regionen die Freilandhaltung wieder generell zu erlauben, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Nur für begrenzte Risikogebiete wie Rastplätze von Zugvögeln oder Gemeinden mit nachgewiesenen Vogelgrippe-Infektionen gilt demnach in den Kreisen Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg und Rostock-Land die strenge Stallpflicht weiter. Mit dieser Praxis verstoßen diese Kreise gegen die Vorgaben des Ministeriums, das dem Vernehmen nach für Donnerstag alle Kreistierärzte nach Schwerin einbestellt hat.

Der Landkreistag bestärkte die drei Kreisverwaltungen im Westen des Landes aber in ihrem Herangehen. „Eine Risikobewertung muss nicht auf den einzelnen Stall bezogen sein, sondern kann auch für größere Regionen erfolgen“, sagte der Geschäftsführer des Kommunalverbandes, Matthias Köpp, am Montag in Schwerin unter Hinweis auf das geltende Seuchenschutzgesetz. Die vom Ministerium geforderte Einzelfallprüfung sei von den zuständigen Behörden nicht in einer angemessenen Zeit zu leisten.

Zudem beklagte Köpp, dass mit den unterschiedlichen Regelungen in den Kreisen viel Verwirrung unter den Tierhaltern gestiftet worden sei.

So hatte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte am Donnerstag als erster eine Verfügung erlassen, nach der private Geflügelhalter außerhalb von Risikogebieten ihre Tiere wieder ins Freie lassen durften. Nach Intervention des Agrarministeriums nahm der Kreis am Freitag - unter anderem wegen möglicher Regressansprüche im Seuchenfall - diese Regelung wieder zurück. Tierhalter müssen dort gebührenpflichtige Einzelanträge stellen. Gleiches gilt auch in Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und in der kreisfreien Stadt Rostock. In Stralsund werde nach einer „praktikablen Lösung“ für Vorpommern-Rügen gesucht, hieß es von der dortigen Kreisverwaltung.

In Mecklenburg-Vorpommern gilt seit vier Monaten die Stallpflicht für Hühner, Enten, Gänse und Puten. Am 9. November 2016 war in Vorpommern eine tote Reiherente gefunden worden, bei der in der aktuellen Seuchensaison erstmals in Mecklenburg-Vorpommern das Virus H5N8 nachgewiesen wurde. Das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems sieht unterdessen keine Anzeichen für ein Abklingen der Seuche in Deutschland. Noch immer gebe es positive Befunde bei Wildvögeln und auch Ausbrüche in Geflügelbeständen, hieß es vom Bundesinstituts für Tiergesundheit. Das Institut empfiehlt eine „risikobasierte Stallpflicht“. Ausnahmen seien unter bestimmten Bedingungen möglich und auch generell in der Geflügelpestverordnung festgelegt.

>> Informationen zur Stallpflicht nach Bundesländern
>> Infektionsmonitor MV

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