Dorf Mecklenburg : Kreis stellt Bücherbus in Frage

Seit 20 Jahren fährt der Bücherbus durch Nordwestmecklenburg. Jetzt wird diese Fahrbibliothek erneut in Frage gestellt.
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Seit 20 Jahren fährt der Bücherbus durch Nordwestmecklenburg. Jetzt wird diese Fahrbibliothek erneut in Frage gestellt.

Im Landkreis Nordwestmecklenburg wird die Zukunft der Fahrbibliothek erneut in Frage gestellt. So hat mit Plüschow eine weitere Gemeinde die Mitgliedschaft zum Ende des Jahres gekündigt. Der Bücherbus ist schon 20 Jahre alt.

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13. Juni 2012, 02:12 Uhr

Dorf Mecklenburg | Im Landkreis Nordwestmecklenburg wird die Zukunft der Fahrbibliothek erneut in Frage gestellt. So hat mit Plüschow eine weitere Gemeinde die Mitgliedschaft zum Ende des Jahres gekündigt. Das wurde während der jüngsten Kreistags-Ausschusssitzung für Bildung und Kultur in Dorf Mecklenburg bekannt.

Der Bücherbus, der Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Lesestoff in Dörfern versorgt, ist inzwischen 20 Jahre alt. Für den Ausschuss-Vorsitzenden Klaus Becker (CDU) ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das Aus für den Bus kommt. In Dorf Mecklenburg kündigte er an: "Ich möchte gerne den Kreis aus dieser Aufgabe herausziehen." Becker setzt stattdessen auf Bibliotheken mit festem Standort, beispielsweise in Schulen. "Da gibt es Räume genug und dort sind auch die Kunden. Das muss jede Gemeinde überdenken", so Becker. Er räumte gleichzeitig ein, dass die Fahrbibliothek ein Alleinstellungsmerkmal für den Landkreis Nordwestmecklenburg sei.

Mit Widerstand hat Becker zu rechnen. So fordert die Kreistagsabgeordnete Petra Voigt (SPD-Fraktion) mehr Daten und Informationen zur Fahrbibliothek, da eine politische Entscheidung im Raum stehe. Sie stellte klar: "Das Buch ist auch ein Kulturgut, das es zu verteidigen gilt. Gerade in einem Zeitalter, in dem viele Jugendliche eher den Laptop aufmachen oder sich über internetfähige Handys informieren." Egal, wie fiskalische Entscheidungen seien, bestimmte Dinge müssten inhaltlich gewichtet werden.

Statt über das Aus der Fahrbibliothek nachzudenken, fordert Dr. Gertraud Marth von der Fraktion LUL eine Vergleichskalkulation zu den Kosten örtlicher Bibliotheken und einem etwaigen neuen Bücherbus. "Wir machen uns sonst selber etwas vor und brauchen hier nicht konzeptionell arbeiten", so Marth.

Kritik kommt auch vom Kreis-Elternrat. Anstatt über den Ausbau einer Leistung nachzudenken, solle hier eine Leistung gekürzt werden, weil die Inanspruchnahme sinke. "Eine Inanspruchnahme erzeuge ich aber meines Wissens nur durch Attraktivität. Um sie zu schüren, muss ich Leistungen beibehalten oder verbessern", fordert Mario Mittelstädt vom Kreis-Elternrat.

Im August soll das Thema Fahrbibliothek erneut Thema im Kreistags-Ausschuss für Bildung und Kultur werden. Dann sollen auch Vertreter des Bibliotheksvereins eingeladen werden. Bis dahin soll die Verwaltung unter anderem die tatsächlichen Kosten für eine stationäre Bibliothek und den Bücherbus ermitteln.

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