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Mecklenburg-Vorpommern

11. Dezember 2017 | 14:23 Uhr

Kreis senkt Papierverbrauch rapide

vom

svz.de von
erstellt am 02.Jan.2012 | 07:36 Uhr

Prignitz | Der Landkreis muss sparen und will seinen Papierverbrauch radikal senken. Das betrifft sowohl die Verwaltung als auch die Kreistagsabgeordneten. Gelingen soll das mit einem Dokumenten-Management-System, wie Ulrich Runde, Leiter Service und Kasse, erklärt. Was technisch machbar sei, werde künftig komplett elektronisch bearbeitet.

Drei Millionen Blatt in einem Jahr

Mehr als drei Millionen Blatt A 4 weiß hat der Kreis 2010 verbraucht. Hinzu kommen 60 000 Blatt Farbpapier in A 4 und kleinere Mengen an anderen Papiersorten. Kostenfaktor 11 372,33 Euro. Im vergangenen Jahr ist der Verbrauch bereits spürbar gesunken, liegt bei rund eine Million Blatt weniger. Die Kosten haben sich um etwa 2000 Euro reduziert. Ulrich Runde kennt die Gründe dafür: "Kein Urlaubsantrag unserer Mitarbeiter muss mehr auf Papier gestellt werden. Abrechnungen der Fahrtkosten, Lohn- und Gehaltsübersicht - alles ohne Papier." Ausgedruckt werde nur, was fürs Finanzamt benötigt werde. Jeder Mitarbeiter habe Zugriff auf ein internes Portal, könne dort die Unterlagen einsehen, bei Bedarf auch ausdrucken.

Kfz-Zulassungen werden bereits seit 2007 elektronisch archiviert. Sämtliche Bescheide wie zu den Abfallgebühren, des Gesundheits- oder Veterinärbereiches sind hausintern digital und gehen auf Papier nur noch an die Bürger.

Eine weitere erhebliche Reduzierung des Papierverbrauchs könne gelingen, wenn das gesamte Rechnungswesen digitalisiert werde. Derzeit sei das bereits im Sachbereich Service Kreiskasse der Fall. "Rechnungen werden eingescannt, mittels elektronischer Unterschrift als sachlich, richtig geprüft", so Runde. Was das ausmacht, zeigen zwei Papierstapel in seinen Händen: Der Kassenabschluss eines Tages kann heute bis zu mehrere hundert Blatt weniger umfassen und das für nur einen einzigen Sachbereich.

In diesem Jahr soll der gesamte Geschäftsbereich und im letzten Schritt die gesamte Verwaltung folgen. "Unser Ziel ist es, dass wir gar keine Rechnungen mehr auf dem Postweg erreichen, sondern von vornherein elektronisch. Darüber sprechen wir mit verschiedenen Firmen, zum Beispiel der Telekom." Ganz nebenbei bringe der elektronische Weg den Mitarbeitern eine erhebliche Zeitersparnis. Wenn erst mal das Baugenehmigungsverfahren elektronisch laufe, werde der Verbrauch nochmals spürbar sinken.

Damit kein digitales Wirrwarr entsteht, müsse alles sorgfältig programmiert werden, die richtige Software installiert sein. Dafür sorgt IT-Chef Jörg Brinkmann. Er ist es auch, der das digitale Zeitalter für die Kreistagsabgeordneten vorbereitet hat. Fallen derzeit noch zu jeder Ausschuss- und Kreistagssitzung eine Unmenge an Kopien für die Abgeordneten an, dürfte auch das bald der Vergangenheit angehören. Alle Vorlagen sind digital einsehbar, können von den Abgeordneten bearbeitet werden, sagt Brinkmann. Ab Februar erfolgt die Freischaltung, so dass die Kommunalpolitiker künftig mit Laptops arbeiten können, wenn sie es denn wollen. Für den Kreistag Ludwigslust ist das seit mehreren Jahren bereits Standard.

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