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Wismar : Kreis kritisiert Lernatlas der Bertelsmann-Stiftung

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Der Nordwestkreis macht mobil und kritisiert den von der Bertelsmannstiftung für die Bundesrepublik herausgegebenen Lernatlas. Die Ergebnisse der Studie bescheinigen dem Nordwesten keine guten Noten.

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erstellt am 08.Feb.2012 | 10:28 Uhr

Wismar | Der Nordwestkreis macht mobil und kritisiert den von der Bertelsmannstiftung für die Bundesrepublik herausgegebenen Lernatlas. Die Ergebnisse der Studie bescheinigen dem Nordwesten keine guten Noten. In der Platzierung erreicht der Kreis 25 von 100 möglichen Punkten und findet sich somit auf den hinteren Plätzen, was die Qualität und Umfang der Bildung anbelangen soll.

Kreistagsmitglied Gertraud Marth bezeichnet die Einstufung durch die Bertelsmannexperten als "Frechheit" und den Atlas als "nicht fachgerecht ausgearbeitet". Man müsse reagieren da die Studie schlechtere Lernbedingungen ausweist als sie tatsächlich vorhanden seien.

Simone Oldenburg (Die Linke) hält eine Antwort in Form eines vom Kreis und Land ausgearbeiteten Bildungsberichts als sinnvolle Antwort auf die Studie: "Wir sollten diesen bis zum Sommer 2013 vorlegen und als Grundlage für Veränderungen nutzen." Frank Junge (SPD) hält eine Gegenstudie für wenig sinnvoll und empfiehlt eine thematische Auseinandersetzung mit dem Bildungsatlas im zuständigen Bildungs- und Kulturausschuss des Kreises.

Dass nicht alles glatt läuft , ist aus Sicht des Kreises nicht neu. Im vergangenen Jahr beendeten 426 Jugendliche die Schulen. 123 der entlassenen Schüler beendeten die schulische Laufbahn mit der Berufsreife; 55 Schulabbrecher wurden registriert.

Der Nordwestkreis sieht sich im Gesamtpaket aber besser aufgestellt, als die Bertelsmannstiftung es in ihrer Studie publiziert. Folglich soll Landrätin Birgit Hesse jetzt auf Beschluss des Kreistages handeln und "mit dem Bildungsministeriums MV und Vertretern der Bertelsmannstiftung zu einer öffentlichen Veranstaltung einladen". Ziel soll es sein, die Aussagen der Studie korrekt bewerten zu können. Darüber hinaus will der Nordwestkreis die Vorzüge und Nachteile der Gesamtheit der Bildungsmöglichkeiten herausarbeiten.

Kritik kommt ebenso aus der Landeshauptstadt. In einem Vergleich der mittleren kreisfreien Städten landeten die Schweriner auf den 42. und 43. Platz. Auch dort sind die Ergebnisse der Studie für die Fachverwaltung "nicht nachvollziehbar", da offensichtlich keine regionalisierten Daten wiedergeben worden sind. Nach Aussagen der Schweriner Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow, will sich jetzt der Bildungsausschuss des Städte- und Gemeindetages mit dem Thema beschäftigen.

Der deutsche Lernatlas misst Lernbedingungen in allen 412 Kreisen und kreisfreien Städten der Bundesrepublik. Dafür wurden 300 Kennzahlen aus unterschiedlichen Quellen überprüft. Unter anderem beim "Schulischen Lernen", "Sozialen Lernen" und "Persönlichen Lernen".


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