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28 Prozent mehr Erkrankungen : Krebsrisiko im Nordosten steigt

vom

In MV bekommen immer mehr Menschen Krebskrankheiten. 2010 erkrankten im Nordosten 6088 Männer und 4465 Frauen an bösartigen Tumoren. Besorgniserregend für die Mediziner ist vor allem das hohe Krebsrisiko bei Männern.

svz.de von
erstellt am 01.Apr.2013 | 06:53 Uhr

Schwerin | In Mecklenburg-Vorpommern bekommen immer mehr Menschen Krebskrankheiten. Nach neuesten Auswertungen der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID) erkrankten 2010 im Nordosten 6088 Männer und 4465 Frauen an bösartigen Tumoren. Damit stieg die Krebsrate innerhalb von zehn Jahren beim männlichen Anteil der Bevölkerung um 28 Prozent und beim weiblichen um 10 Prozent. Als ein Hauptfaktor dafür werden demografische Veränderungen genannt: Gibt es im Land mehr Ältere in der Bevölkerung, werden Krebs er krankungen häufiger.

Besorgniserregend für die Mediziner ist vor allem das hohe Krebsrisiko bei Männern im Nordosten. 503,8 Neuerkrankungen auf 100 000 Männer sind trauriger Rekord in Deutschland - der Bundesdurchschnitt liegt bei 454,8 Neuerkrankungen. Ungesunde Lebensgewohnheiten machen aus Sicht der Experten den Unterschied aus. "Rauchen gehört zu den Haupt risiko faktoren", sagt Dr. Stefanie Seltmann vom Deutschen Krebsforschungszentrum. So wird nach Angaben des Amtes für Statistik in Mecklenburg-

Vorpommern am meisten geraucht. 33,3 Prozent der Bevölkerung greifen regelmäßig zum Glimmstengel. Die im Vergleich mit anderen Bundesländern hohe Zahl an Krebserkrankungen der Lunge (2010: 1072 Neuerkrankungen) führen Mediziner darauf zurück. "Teer aus dem Tabakqualm wirkt sich aber auch auf die Zellen anderer Organe schädigend aus", erklärt Dr. Seltmann. Außerdem leben im Nordosten deutlich mehr Fettleibige als in den meisten anderen Bundesländern. 57,6 Prozent der Erwachsenen sind zu schwer. "Fettgewebe bildet Stoffe, die die Zellteilung beeinflussen und Auslöser für einige Krebsarten sein könnten", meint die Medizinerin.

Erkrankungen der Lunge, des Dickdarms und der Prostata sind die häufigsten Krebsarten bei Männern. Bei Frauen sind am häufigsten Brust, Darm und Lunge betroffen. Laut Krebsatlas haben Frauen in MV bundesweit allerdings das geringste Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. 92,3 Neuerkrankungen auf 100 000 Frauen waren 2010 der geringste Wert im Bundesgebiet. Eine mögliche Erklärung sehen Experten darin, dass in der DDR Frauen früher Kinder bekamen, sie länger stillten und auch weniger Hormone einnahmen als westdeutsche Frauen.

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