zur Navigation springen

Viele sind zu dick und rauchen zu viel : Krebsrisiko für Männer in MV am höchsten

vom

Für Männer in Mecklenburg-Vorpommern ist die Gefahr an Krebs zu erkranken, bundesweit am höchsten. Im Jahr 2009 erkrankten genau 6003 Männer an bösartigen Tumoren. Grund sind vor allem die Lebensgewohnheiten.

svz.de von
erstellt am 20.Apr.2012 | 09:35 Uhr

Rostock/Heidelberg | Für Männer in Mecklenburg-Vorpommern ist die Gefahr an Krebs zu erkranken, statistisch gesehen bundesweit am höchsten. Wie aus dem aktuellen Krebsatlas der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) hervorgeht, erkrankten im Jahr 2009 genau 6003 Männer an bösartigen Tumoren - das sind auf 100 000 Einwohner berechnet 510,9 Neuerkrankungen. An zweiter Stelle im Bundesvergleich registrierte Nordrhein-Westfalen 496,2 Krebserkrankungen bei Männern pro 100 000 Einwohner. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 458,9 Fällen.

Erkrankungen der Lunge, des Dickdarms und der Prostata sind die häufigsten Krebsarten bei Männern. Bei Frauen sind am häufigsten Brust, Darm und Lunge betroffen.

Das hohe Krebsrisiko für Männer in Mecklenburg-Vorpommern führen Mediziner auf die Lebensgewohnheiten zurück. "Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Übergewicht, Rauchen, dem Genus von hochprozentigem Alkohol und der Häufigkeit von Krebserkrankungen", sagte Professor Mathias Freund, Direktor der Rostocker Klinik für Krebs und Blutkrankheiten.

So wird nach Angaben des Amtes für Statistik in Mecklenburg-Vorpommern am meisten geraucht. 33,3 Prozent der Bevölkerung greifen regelmäßig zum Glimmstengel. Auch leben im Nordosten deutlich mehr Fettleibige als in den meisten anderen Bundesländern. 57,6 Prozent der Erwachsenen sind zu schwer.

"Fettgewebe ist nicht harmlos, sondern hat sehr aktive Wachstumssubstanzen", erklärte Professor Freund. Zu viel Fett ist deshalb ein Risikofaktor. Noch gefährlicher ist Teer, das beim Rauchen in den Körper gelangt und die Erbsubstanz der Zellen schädigt. Die im Vergleich mit anderen Bundesländern hohe Zahl an Krebserkrankungen der Lunge, des Kehlkopfes, des Mundes und Rachens führt der Mediziner aufs Rauchen zurück.

Die Frauen in Mecklenburg-Vorpommern haben dagegen laut GEKID-Krebsatlas ein geringeres Krebsrisiko als der Bundesdurchschnitt. Mit 99,5 Neuerkrankungen auf 100 000 Einwohner ist der Nordosten bei Brustkrebs sogar Schlusslicht aller 16 Bundesländer. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 123,8 Erkrankungen. Eine mögliche Erklärung sehen Experten der GEKID darin, dass in der DDR Frauen früher Kinder bekamen, sie länger stillten und auch weniger Hormone einnahmen als westdeutsche Frauen. Das wirke sich Jahrzehnte später aus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen