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Dankeschön-Abend der Festspiele MV : Krebse, Klassik und ein Hauch Poesie

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"Es gibt im Leben Momente, wo alles zusammenpasst." Es hatte schon einen Hauch von Poesie, als Erwin Sellering die Gäste in der Ulrichshusener Konzertscheune zum traditionellen Krebsessen der Festspiele MV begrüßte.

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erstellt am 19.Aug.2012 | 06:40 Uhr

Ulrichshusen | "Es gibt im Leben Momente, wo alles zusammenpasst." Es hatte schon einen Hauch von Poesie, als Ministerpräsident Erwin Sellering die Gäste in der Ulrichshusener Konzertscheune zum traditionellen Krebsessen der Festspiele MV begrüßte - und dann beim Blick auf den Anlass und das Land ein wenig ins Schwärmen geriet. Doch in der Tat passte einfach alles an diesem "lauen Sommerabend" in "wundervoller Umgebung" bei "entspannter Stimmung" mit mehr als 500 prominenten Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft - bis hin zur Musik, die dieses Dankeschön des Klassikfestivals an seine Sponsoren, Förderer und Unterstützer eröffnete.

Was indes niemanden wirklich überraschte, schließlich standen mit Conrad Tao und Chad Hoopes neben der Polnischen Kammerphilharmonie Sopot der Solisten- sowie der Publikumspreisträger der vergangenen FMV-Saison auf der Bühne. Während letzterer in Mendelssohns Violinkonzert mit seiner fantastischen Virtuosität ebenso zu begeistern vermochte wie in den betörenden Kantilenen, setzte ersterer im c-moll-Konzert vor allem auf die mitreißende Macht der Tonsprache Beethovens. Und ließ hernach bei der Preisverleihung Wemag-Vorstand Caspar Baumgart, ganz entspannt auf Englisch parlierend, die Hoffnung formulieren, dass der amerikanisch-chinesische Pianist "nun als Mitglied der Festspiel-Familie noch viele Male wiederkommen" möge.

Ein Wunsch, dem der 17-Jährige zweifellos ebenso nachkommen wird wie sein 18-jähriger Geigenkollege - und das nicht allein ob der "wundervollen Landschaft": Nein, die beiden genossen hernach auch, angeregt in weiblicher Runde über Cyndi Lauper und Michael Jackson plaudernd, das Krebsessen - wenngleich Tao dann doch das Grillfleisch dem roten Schalengetier vorzog. Eine Vorliebe, mit der sich der Pianist indes in bester Gesellschaft befand wie auch Festspiel-Schirmherr Sellering bekannte - der, ganz Diplomat, zur Frage nach seiner instrumentalen Vorliebe augenzwinkernd meinte: "Ich habe mich gefreut, dass die beiden bei der Schlusszugabe zusammengespielt haben." Seine Frau Britta hingegen begeisterte sich für den Strich und Ton Hoopes, der die "Seele der Musik" getroffen habe - und schwärmte fast noch mehr von dem Festspiel-Konzert in Ludwigslust mit dem Mecklenburgischen Barockorchester, das sie am Abend zuvor erlebt hatten. Kein Wunder, ist sie doch leidenschaftlicher Barock-Fan.

Doch natürlich drehten sich die Gespräche im Schlossinnenhof, wo neben 400 Kilogramm Krebsen - entgegen der Legende übrigens nicht vom Schlossherrn Helmuth von Maltzahn selbst im Ulrichshusener See gefangen - auch jeweils 500 Steaks und Würstchen auf die Gäste warteten, keineswegs nur um die Musik, sondern etwa auch um… die Schwalben, die Intendant Matthias von Hülsen zuvor in der Scheune persönlich begrüßt hatte. Oder um das Festspiel-Engagement der mehr als 200 Sponsoren, unter denen sich neben der Sparkassen-Finanzgruppe mit einer "äußerst starken Riege ihrer regierenden Fürsten" (von Hülsen) auch die Bosse der Hauptsponsoren fanden. Thomas Klischan etwa, Geschäftsführer der Nordmetall-Stiftung, der dem Klassik-Sommer trotz mancher Finanzkrisen-bedingter Schwierigkeiten weiterhin Unterstützung zusagte; oder Wemag-Vorstand Thomas Pätzold, der dem Intendanten sogar mit der Botschaft überraschte, den Sponsorenvertrag noch um ein weiteres Jahr bis 2015 zu verlängern.

Kein Wunder, dass bei solch geballter Wirtschafts-Prominenz das ebenfalls vertretene halbe Landeskabinett samt Fraktionsvorsitzenden und Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider anders als sonst ein wenig im Schatten abstand. Allein Sozialministerin Manuela Schwesig, die mit Mann und Sohn Julian gekommen war, zog ungewollte Aufmerksamkeit auf sich: Hatte die stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD doch ausgerechnet auf dem Weg von der Scheune zum Schloss ihre Hochzeitskette verloren. Doch, Glück im Unglück, nach intensiver Suche mit vielen Kräften fand sich das teure Stück wieder - alles andere als ein Happy End hätte ja auch nicht zu dem von ihrem Chef beschworenen traumhaften Festspiel-Abend gepasst.

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