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Mecklenburg-Vorpommern

19. August 2017 | 00:13 Uhr

Wettbewerb : Kreative Höhenflüge

vom

Um zündende  Ideen  geht  es im Wettbewerb „Kreativmacher Mecklenburg-Vorpommern“. Zwölfmal  wurde  der Titel  in  diesem   Jahr   vergeben –  wir  stellen  drei  der     Geehrten   näher vor.

"Kinder haften für ihre Eltern"

Nein,  er  sei  kein  Vater, der die  verzweifelte  Suche  nach immer neuen  Kindergeburtstags-Ideen schließlich zur Grundlage eines  Geschäfts gemacht hat,  beteuert  Bernd  Möller.  „Meine   Jungs  sind  25  und  27, also  lange aus  dem  Alter  raus“, erzählt der Stralsunder lachend. Schon  2006 hat er sich   unter  dem  Namen  „Die  Spaßmacher“ als  Kinderanimateur  selbstständig  gemacht. Schminken, Jonglieren, Seifenblasenstation,  Bobbycar-Parcours, Riesenmikado,  Bogen-  und Armbrustschießen,  Ballonmodellage, Wasserbaustelle und Kartonstadt gehören  zu  seinen   Angeboten,  mit  denen  er  durch  ganz Mecklenburg-Vorpommern und gelegentlich auch über die   Landesgrenzen  hinaus  zieht.  Möller  kann  zwei  Stunden  mit  einem  Kinderprogramm füllen,  aber auch zwei ganze Tage.  Er verleiht  das erforderliche  Equipment,  stellt  Betreuer  für die  einzelnen  Stationen  und vermittelt auf Wunsch auch Künstlerauftritte.

Wie  vielen  anderen,  die  mit  Kindern  arbeiten,  ist dem  Stralsunder dabei aufgefallen, dass es um die   motorischen  Fähigkeiten  der  Mädchen und Jungen  immer schlechter bestellt  ist. „Dabei muss man   nur  Sand,  Eimer   und  Schaufeln  bereitstellen,  und  die  Lütten sind hellauf  begeistert und auch  durchaus   dazu  bereit, sich  zu  bewegen.“  Aber nicht   nur der  klassische   Sandkasten spricht  nach  wie vor  Kleine und  Große an.  „Als  ich mir die ersten Riesenbausteine  angeschafft habe, funktionierte das  sofort – auch bei den Erwachsenen“, erinnert sich  Möller.  Ein  Papa habe  angefangen, seinen   Sohn  „einzumauern“ –  und alle  anderen   Kinder  wollten das   nachmachen. So  entstand  die Idee  einer   Kinderbaustelle.

Inzwischen hat Bernd Möller  zusammen  mit einem  Rostocker Kinderanimateur mehr  als   1000 Riesenbausteine  angeschafft. Zur  Ausstattung gehören   Helme, Handschuhe  und  Namensschilder  für die  kleinen  Bauarbeiter.  Gerade   hat  der  „Spaßmacher“  außerdem  drei  Kinder-Gabelstapler geordert, mit denen Steine auf der Baustelle transportiert  werden können. Schilder, die  Unbefugte    fernhalten,  gibt  es  selbstverständlich  auch: „Kinder haften   für  ihre   Eltern“, steht darauf.

„Außer, dass wir Kinder dazu  bringen, sich  auf unserer  Baustelle  richtig  auszupowern,  vermitteln  wir  dort auch  soziale   Kompetenzen  wie  Teamgeist oder  das  Einhalten   von  Absprachen“, erläutert Bernd  Möller.   Das  Angebot richte  sich  an Kinder zwischen drei  und zwölf  Jahren, denkbar  sei,  es    auch   auf  noch Kleinere   auszuweiten. „Vielleicht  werden ja Krankenkassen oder Vereine, die Gesundheitsförderung betreiben,   auf uns  aufmerksam“, blickt  Möller  in  die  Zukunft.  „Sie alle beklagen  ja, dass sich Kinder zu wenig bewegen.  Wir haben die Lösung.“

 

Aus  Alt mach  junge  Mode

Man nehme ein paar Stoffreste,  etwas   vergilbte Spitze,  Filz, eine Broschennadel, Schere, Stecknadeln, Nähgarn und  Nadel… Wie daraus  dekorative  Stoffmotten  entstehen,  kann die Nähmarie  selbst  denjenigen nachvollziehbar  erklären, die sich für  nicht sonderlich  begabt  in Handarbeiten halten. 

Nähmarie,  das ist die Bloggerin und Designern Maria Neumeister  aus Rostock. Seit 2011 schreibt  sie ihren persönlichen  Lifestyle-  und Kreativblog (http://blog.naehmarie.de),  in   dem es  um  Handgemachtes, Vintage  und  andere schöne Dinge  geht. „In  diesem   Blog  möchte  ich  so  gut  ich  kann zeigen, dass ich mit  diesen Dingen  nicht nur arbeite, sondern von Kopf  bis  Fuß  selbst  Vintage-Liebhaber bin.  Weil es immer  wieder schön  ist, etwas  Besonderes zu haben, zu  tragen oder zu verschenken.“

Seit  Juni  2012  stellt Maria Neumeister zudem in ihrem Studio in der Rostocker Niklotstraße  11 für  ihr eigenes  Label  in Handarbeit  fröhliche, ausgefallene  und nachhaltige Einzelstücke und Kleinserien  her.  Vieles,  was sie   verarbeitet,  hat  die junge   Frau   auf  Flohmärkten oder  bei  Haushaltsauflösungen entdeckt.  Upcycling  heißt  dieser   Trend –  gemeint  ist  das  Wiederverwerten gebrauchter  Stoffe,  Möbel und/oder Dekorationen –, der  sowohl  ein  Zeichen  gegen  Wegwerfmentalität   und  Umweltverschmutzung   setzt, als auch  dabei  hilft, die Kosten  für junge  Modelabels wie Nähmarie überschaubar zu halten.

 In  ihrem  Vintage-Shop bietet  Maria Neumeister außer Selbstgenähtem auch allerlei seltsame  und kuriose  Dinge  an.  In  Geschäften Hamburg, Berlin, Stuttgart und Wiesbaden  sowie in mehreren  Online-Shops werden  mittlerweile  ebenfalls Produkte der  Rostocker Nähmarie angeboten.

 

Möbel  nach Kundenmaß

Im  Moment  arbeitet   Lilja  Walker an  der Büro-Küche  für  ein Architekturbüro  in  ihrer   Heimatstadt  Wismar.  Der Tresen soll rechts  Wasserkästen und Gläser  und links  den Kühlschrank  beherbergen.  In  der Mitte  werden in Schubladen Besteck,  Tee, Kaffee, Müsli,  Schokolade  und  vieles  andere   untergebracht. Dazu  kommen  eine  Spüle  mit viel   Stauraum  und  ein weiteres Schränkchen  im gleichen Stil.

Sie  verstehe  ihre  Arbeit  als  Designerin  so,  dass sie  die  Bedürfnisse   ihrer  potenziellen  Auftraggeber  erkenne  und ihre Wünsche  und Vorstellungen  in  ein konkretes  Möbel  verwandele,  erklärt Lilja  Walker „Ich   kümmere   mich  sowohl  um  die  formalen  und technischen  Details, wie  auch  um die zeitgemäße  und  rationelle  Produktion und  um  die Gesamtqualität  des Möbels.  Der  Schlüssel des  Gelingens  liegt  aber in  unserer Zusammenarbeit.“

Sie habe „einfach Lust dazu, Dinge zu gestalten, die einen praktischen Nutzen haben und gleichzeitig Style und Lebensart widerspiegeln“,  erklärt Lilja  Walker. „Durch die Produktionsweise aus der Kombination der individuellen Anpassung und der technisierten Fertigung entstehen Möbel jenseits des industriellen Betriebes.“  

 Für  einige  Möbel   verwendet  die Designerin  bewusst auch gebrauchte Komponenten –  das  sei  nicht  nur  Ausdruck  von  Individualität, sonder  auch  „eine Anerkennung und Entdeckung vorhandener Qualitäten“, meint Lija  Walker.   „Die Wertschätzung steigt und Müll wird vermieden“, ist sie überzeugt.

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erstellt am 19.Jun.2014 | 12:00 Uhr

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