Ralph Weber : Krawatte von AfD-Mann irritiert im NSU-Untersuchungsausschuss

Danny Gohlke

Der Schweriner Landtag.

Die Krawatte des AfD-Abgeordneten Ralph Weber hat im NSU-Untersuchungsausschuss des Schweriner Landtags Irritationen ausgelöst.

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19. September 2019, 16:23 Uhr

„Es ist schon ein eigenwilliges Verständnis von Aufklärungsarbeit, wenn im Ausschuss Erkennungszeichen präsentiert werden, die untrennbar mit dem NSU-Komplex verbunden sind“, erklärte die Linken-Abgeordnete Karen Larisch in der Sitzung am Donnerstag.

Webers Krawatte zeigte die sogenannte Irminsul, die stilisierte Darstellung einer Säule, mit der die sächsischen Germanen einst die Weltesche Yggdrasil verehrt haben sollen. Die Irminsul werde in der gleichen Darstellungsweise durch die Artgemeinschaft verwendet, die als rechtsextrem gilt, sagte Larisch.

„Der Hintergrund dieser elitär-rassistischen Organisation ist den Ausschussmitgliedern spätestens seit der öffentlichen Anhörung mit den Thüringer Abgeordneten im Januar dieses Jahres bekannt“, sagte Larisch. „Nachdem sie 1951 durch ein ehemaliges Mitglied der Waffen-SS gegründet wurde, kamen die engsten NSU-Unterstützer in den 2000er Jahren auf Artgemeinschaftstreffen regelmäßig zusammen.“ Der Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, Philip Hentschel, verteidigte Webers Krawatten-Wahl. „Irminsul ist ein frühmittelalterliches Symbol aus der deutschen Geschichte.“ Für Weber stehe das Symbol daher auch für das kulturelle Erbe.

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