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Kliniken in MV : Krankenpfleger aus dem Ausland

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Trotzdem 200 freie Stellen an Kliniken in MV. Die Krankenhausgesellschaft mahnt: Besser Azubis halten

Ausländische Ärzte am Krankenhausbett haben viele Patienten bereits erlebt: Ende 2015 waren in den Kliniken des Landes 614 Mediziner nicht-deutscher Herkunft beschäftigt. Jetzt werden zunehmend auch ausländische Pflegekräfte in Krankenhäusern engagiert – denn auch hier deuten sich Lücken an. Nach Schätzungen der Krankenhausgesellschaft (KGMV) sind derzeit in den Kliniken des Landes 200 Stellen im pflegerischen Bereich unbesetzt. Das sei noch nicht alarmierend, aber doch so viel, dass gehandelt werden müsse, bevor daraus ein Notstand wird, meint KGMV-Geschäftsführer Wolfgang Gagzow.

Und es wird gehandelt: Das KMG Klinikum Güstrow begrüßte Ende März nach erfolgreicher Integration zwölf ungarische Pflegekräfte in den Reihen seiner Mitarbeiter. Bei aller Freude über das gelungene Pilotprojekt gab es allerdings auch negative Erfahrungen: So waren Visaanträge abschlägig beschieden worden mit der Begründung, dass ausreichend Bewerber auf dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden.

Weil das eben nicht so ist, hat die Helios Klinik in Leezen schon Anfang 2015 damit begonnen, ungarische Intensivpflege-Fachkräfte anzuwerben. „Wie stehen inzwischen kurz vor dem Abschluss des vierten Projekts“, so Klinikgeschäftsführer Daniel Dellmann. Von den etwa 40 Arbeitskräften, die Helios zu Sprachkursen und fachlicher Einarbeitung aus Ungarn geholt hätten, sei die Hälfte geblieben. „Aus unserer Sicht ein gutes Ergebnis“, so Dellmann. Hauptgrund dafür, dass die Integration nicht gelang, seien Probleme beim Erlernen der deutschen Sprache gewesen.

Dabei ist sprachliche Kompetenz von elementarer Bedeutung, wenn ausländische Pflegekräfte in Deutschland beschäftigt werden, das sieht auch Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) so. Aber auch das fachliche Wissen mit der notwendigen Qualifikation seien wichtig, betont er.

Ausländische Pflegekräfte einzustellen sei ein Weg, um Versorgungslücken gar nicht erst entstehen zu lassen – „aber ist nicht das Allheilmittel und auch nicht der Königsweg“, betont KGMV-Geschäftsführer Gagzow. Wichtiger wäre es, den hier ausgebildeten Krankenpflege-Nachwuchs im Land zu halten. Dazu müssten Arbeitsbedingungen und Bezahlung attraktiver werden. „Und auch die Rahmenbedingungen für die Familien müssen stimmen“, betont Gagzow.

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erstellt am 15.Apr.2017 | 05:00 Uhr

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