Campylobacter nehmen zu : Krank durch Lebensmittel

In Deutschland sind Campylobacter-Bakterien auf dem Vormarsch, die auf Geflügelhaut zu finden sein können.
In Deutschland sind Campylobacter-Bakterien auf dem Vormarsch, die auf Geflügelhaut zu finden sein können.

Campylobacter können in Lebensmitteln wie Rohmilch, Geflügelfleisch, Hackfleisch oder Mettwurst enthalten sein

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07. Juni 2017, 20:55 Uhr

Die gefürchteten Salmonellen-Erkrankungen sind in Deutschland auf dem Rückzug, Infektionen durch den Erreger Campylobacter nehmen dagegen zu.

Diese Bakterien aus dem Darmtrakt von Tieren lösen Durchfall und Erbrechen aus. Sie können in Lebensmitteln wie Rohmilch, Geflügelfleisch, Hackfleisch oder Mettwurst enthalten sein, sagte der Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (Lallf), Frerk Feldhusen. Er war Mitorganisator der 25. Tagung der Amtstierärzte und Amtsärzte des Landes heute in Dummers-torf bei Rostock. Die Tagung wird jährlich vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei gemeinsam mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) veranstaltet. „Zahlenmäßig haben die Campylobacterkeime die Salmonellenkeime überholt“, sagte Feldhusen.

Die Zahl der Campylobactererkrankungen lag nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung 2014 bei mehr als 70 000 Fällen. Ziel der Bundesregierung sei es, die Zahl in den kommenden zehn Jahren zu halbieren, sagte Feldhusen. Auch hier sei bessere Hygiene ein Weg.

Weiterhin könnten Tiere aus befallenen Betrieben getrennt von gesunden Tieren geschlachtet werden. Die von Campylobacter befallenen Tiere erkranken meist nicht. Auch das Einfrieren oder das Behandeln von Geflügelfleisch mit Chlorwasser töte die Bakterien ab, werde aber in Deutschland abgelehnt. Der Trend zu natürlichen Lebensmitteln wie Rohmilch und Rohmilchkäse oder frischem Fleisch erhöhe somit die Gefahr von Campylobactererkrankungen.

Die Salmonellennachweise bei Menschen bundesweit haben sich Feldhusen zufolge von 55 000 im Jahr 2007 auf 15 000 im Vorjahr verringert. Zurückzuführen sei das auf ein intensives Reduktionsprogramm, unter anderem mit Impfungen des Geflügels. Bei Eiern sei die Salmonellenbelastung drastisch reduziert worden. Nur bei 0,1 bis 0,3 Prozent würden noch Salmonellen auf der Eierschale gefunden werden.

Auch eine bessere Hygiene in Schlachthöfen habe zum Zurückdrängen der Salmonellenerkrankungen geführt. Beim Schlachten könnten Bakterien aus dem Darm auf die Haut, etwa der Hähnchen, gelangen. Bei Schweinen stehe die Reduzierung der Salmonellen noch aus.

Birgit Sander

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