Lufthansa : Kranichlinie stutzt Kraniche

<p>Fotos: Stefan Sauer, Sebastian Unrau / Collage: voff</p>
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Fotos: Stefan Sauer, Sebastian Unrau / Collage: voff

Lufthansa Group zieht sich aus Unterstützung des Kranichschutzes zurück. Zentrum in MV brechen Mittel weg

svz.de von
20. September 2017, 20:45 Uhr

Die Lufthansa Group zieht sich nach 26 Jahren als bedeutender Sponsor des Kranichschutzes in Deutschland zurück – mit Konsequenzen in MV. Das Luftfahrtunternehmen, das den Kranich als Wappentier führt, beendet sein Engagement im Kranichschutz nach eigenen Angaben zum Jahresende. Eine Sprecherin des Flugkonzerns begründete die Entscheidung mit einer strategischen Neuausrichtung des gesellschaftlichen Engagements auf soziale und humanitäre Themenfelder.

Der Kranichschutz Deutschland gGmbH – die in Groß Mohrdorf bei Stralsund das Kranichinformations- zentrum betreibt – fällt mit dem Rückzug der Lufthansa Group nach eigenen Angaben zum 1. Januar 2018 ein Drittel der Haushaltsmittel weg. Die Situation sei „kritisch“, sagte der Geschäftsführer von Kranichschutz Deutschland, Günter Nowald. Um die Haushaltslücke schließen und damit das hohe Niveau des Kranichschutzes erhalten zu können, würden zeitnah 3000 neue Fördermitglieder benötigt, die mit mindestens 50 Euro pro Jahr die Arbeit unterstützen. Das entspricht einer Summe von jährlich 150 000 Euro. „Wir bedauern den Rückzug, sind aber dankbar für die jahrelange Unterstützung“, sagte Nowald. Lufthansa sei maßgeblich an der Stärkung des Kranichschutzes in Deutschland beteiligt gewesen.

Drastischer formuliert es ein Aufsteller im Kranich-Informationszentrum. „Die Entscheidung ist für unsere Organisation existenzbedrohend“, heißt es dort. Die Kranichschutz Deutschland gGmbH als Tochtergesellschaft des Naturschutzbundes (Nabu) betreibt nicht nur das Kranich-Informationszentrum, sondern erforscht zusammen mit Wissenschaftlern aus anderen Ländern das Brut- und Rastverhalten der bis zu 1,20 Meter großen Zugvögel.

Nach der Wiedervereinigung initiierten ost- und westdeutsche Kranichschützer mit der Lufthansa Umweltförderung 1991 die Arbeitsgemeinschaft „Kranichschutz Deutschland“. Fünf Jahre später wurde die gemeinnützige Kranichschutz Deutschland GmbH mit dem Nabu und dem WWF als Gesellschafter gegründet. Seit 2017 ist der Nabu alleiniger Gesellschafter.

Der Norden Vorpommerns um das Kranich-Informationszentrum gilt als einer der bedeutendsten Rastplätze dieser Zugvögel in Zentraleuropa. Etwa 120 000 Kraniche legen hier allherbstlich einen Zwischenstopp während ihres Flugs zu den Überwinterungsgebieten in Spanien und Frankreich ein. Derzeit befinden sich mehr als 10 000 „Vögel des Glücks“ zur Rast in Vorpommern. Der Höhepunkt wird Anfang Oktober erwartet.

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