Herbstvorboten in MV : Kraniche sammeln sich zu großen Trupps

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Vögel bereiten sich zu Tausenden in den Flachwassergebieten Mecklenburg-Vorpommerns auf Abreise in den Süden vor.

svz.de von
11. August 2016, 12:00 Uhr

Die heimischen Kraniche sammeln sich derzeit zu Tausenden in den Flachwassergebieten Mecklenburg-Vorpommerns und bereiten sich langsam auf den Abflug in den Süden vor. In der Darß-Zingster Boddenkette, auf der Insel Rügen und im Peenetal sind jetzt Tausende Tiere zu beobachten, wie Thomas Heinicke vom Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf am Mittwoch sagte.

Die Tiere sammelten sich in größeren Trupps, nachdem die Jungtiere flügge geworden sind. Mit dem Zusammenschluss im Spätsommer könnten sich die Kraniche vor Feinden schützen, sagte der wissenschaftliche Mitarbeiter des Zentrums. Zudem gebe es auf den abgeernteten Feldern genügend Nahrung für größere Gruppen.

Mit dem Abflug der heimischen Kraniche in den Süden rechnen die Kranichexperten ab Mitte September. In Mecklenburg-Vorpommern leben rund 4000 Brutpaare. Das sei fast die Hälfte der in Deutschland brütenden Vögel (8500 Brutpaare). Die Jungtiere und Nichtbrüter hinzugerechnet seien in Mecklenburg-Vorpommern rund 15.000 Vögel heimisch.

Der Bestand der Kraniche wächst nach Angaben des Informationszentrums seit mehr als zwei Jahrzehnten. Im Jahr 2000 wurden deutschlandweit rund 3000 Brutpaare gezählt, wie Heinicke sagte. Die Population wachse, weil es zunehmend Brutflächen gebe. Zudem hätten die Überlebenschancen der Jungtiere mit dem großflächigen Maisanbau zugenommen. Mais sei eine sehr energiereiche Nahrung.

Das Sammeln der Kraniche und der abendliche Anflug der Trupps auf die Schlafplätze ist ein Naturschauspiel, das im Spätsommer und Herbst von der Tourismusbranche vermarktet wird. Touristikunternehmen, Nationalparkverwaltungen und das Kranichinformationszentrum bieten Führungen an. Am 18. September startet das Zentrum mit seiner „Woche des Kranichs“, pünktlich zum Einflug der skandinavischen Tiere. Bis zu 70 000 Kraniche sind dann zeitgleich in Mecklenburg-Vorpommern zu beobachten, wo sie sich Nahrungsreserven für den Weiterflug nach Süden anfressen.

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