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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 18:40 Uhr

Kran hievt sechs Tonnen schweres Boot

vom

svz.de von
erstellt am 18.Jul.2013 | 10:04 Uhr

Plau Am See | Ein Bootsunfall auf der Müritz-Elde-Wasserstraße unterhalb von Plau am See, zwischen den Schleusen von Plau und Barkow, hat seit Mittwochnachmittag bis in die gestrigen Nachmittagsstunden für eine Vollsperrung gesorgt. Grund: Ein Motorkajütboot von 8,50 Metern Länge und einem Eigengewicht von rund sechs Tonnen war leck geschlagen und lag mit Schlagseite im Wasser.

Rückblick: Es ist kurz nach 15 Uhr am Mittwoch, als die Plauer Wasserschutzpolizei, die DRK-Wasserwacht und die Freiwillige Feuerwehr Plau am See alarmiert werden. Der Bootsführer Günter S. (69) aus dem Raum Lüneburg war mit seiner Frau auf der Rückreise nach Hause. "Über die Elbe, die Havel, die Müritz sowie dem Plauer See sind wir gefahren und hier hat uns das Malheur erwischt", sagt der Rentner, der zwar unter einem gewissen Schock steht, aber froh ist, dass er und seine Frau unverletzt das Boot verlassen konnten. Der Unfall geschieht in Höhe des Klärwerkes, als das Boot plötzlich Grundberührung bekommt und leck schlägt. Wie groß das Leck ist, weiß keiner, schnell legt es sich auf die Seite und der Bugbereich versinkt. Vorbeikommende Paddler greifen sofort ein, informieren die Leitstelle und helfen bei der Bergung wichtiger Wertsachen. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Plau bauen eine Ölsperre auf, damit die auslaufenden Betriebsstoffe nicht wegtreiben. Sie versuchen mittels zweier Tauchpumpen, die insgesamt rund 1600 Liter Wasser in der Minute pumpen, den vollgelaufenen Schiffsrumpf zu entleeren. Doch das Vorhaben scheitert.

Letztlich werden noch ein paar Sachen aus dem Boot gerettet und dieses von den Kameraden der Feuerwehr stabilisiert und fest verankert, damit es nicht wegtreiben kann oder weitere Schäden entstehen. Auch Christian Hinkerohe von der gleichnamigen Parchimer Taucherfirma ist mittlerweile vor Ort. Gemeinsam mit dem Verantwortlichen des Wasser- und Schifffahrtsamtes, der Polizei und der Feuerwehr werden die nächsten Maßnahmen beraten. "Heute passiert nichts mehr, das Boot ist gesichert und morgen werden wir mit einem Taucher und einem Spezialkran die Bergung vornehmen", heißt es am späten Mittwochnachmittag. So wird telefoniert und Absprachen getroffen, damit die vorbereitenden Arbeiten noch am Abend anlaufen können und die Bergung am Donnerstag erfolgreich ablaufen kann. Der Bootsverkehr zwischen den Schleusen Plau und Barkow ist für den gesamten Zeitraum an diesem Tag und gestern noch immer voll gesperrt. Ein wenig aufatmen können aber die beiden Havaristen aus Lüneburg. Kameraden der Plauer Feuerwehr haben eine Notunterkunft für die beiden besorgt.

Mittlerweile ist der Donnerstag seit mehreren Stunden angebrochen. Noch immer liegt das Motorkajütboot mit erheblicher Schlagseite in der Müritz-Elde-Wasserstraße. Kein Durch- und Vorbeikommen lautete auch gestern die Devise an dieser Stelle - Vollsperrung. Neben den zahlreichen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Plau, den Mitarbeitern der Parchimer Tauchfirma sind nun auch Angestellte des StALU Westmecklenburg eingetroffen. Besonders erschwerend ist die Arbeit der Taucher. Immer wieder läuft der Sand nach, wie bei einer Sanduhr. Das Leck an der Steuerbordseite misst eine Größe von 30 mal 50 Zentimetern. Die Wasserpumpen schaffen kaum, das Wasser aus dem Boot zu pumpen. Deshalb muss das Loch jetzt abgedichtet werden. Mittlerweile ist auch der Spezialkran der Firma Urban aus Wittenförden bei Schwerin eingetroffen der 70 Tonnen Tragkraft besitzt. Doch bevor das Boot gehoben werden kann, muss das Wasser raus. Auch die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr haben noch immer alle Hände voll zu tun. Betriebsmittel sind weiter ausgelaufen, die Sperre um das Boot wird vergrößert, mit biologisch abbaubaren Mitteln versuchen die Kameraden den Umweltschaden so gering wie möglich zu halten. Inzwischen ist der Rückstau auf der Elde bis Lübz angewachsen. "Wir haben am Nachmittag die Fahrtrichtung Plau freigegeben, der Stau war zu lang. Aber aus Plau bleibt noch gesperrt", sagt David Borchert vom Wasser- und Schifffahrtsamt.

Erst als Taucher Christian Hinkerohe mittels einer Stahlplatte mit Schaumstoff unter Wasser das Leck abdichtet, schaffen die Pumpen, das Wasser aus dem Rumpf zu pumpen. Gegen 17 Uhr konnte der Kran dann langsam das Unglücksboot heben, auf einen Trailer laden und es nach Plau zur Plauer Boots- und Fischereitechnik bringen. Die Bergungskosten werden auf etwa 10 000 Euro geschätzt, der Schaden am Boot ist unbekannt.

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