Meeresmuseum Stralsund : Kraken und Konsorten

Die Nachbildung eines Kraken kann im Meeresmuseum bewundert werden.
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Die Nachbildung eines Kraken kann im Meeresmuseum bewundert werden.

Das Meeresmuseum und das Ozeaneum widmen sich in diesem Jahr den Kopffüßern

svz.de von
22. März 2016, 20:45 Uhr

Das Ozeaneum und Meeresmuseum in Stralsund tauchen seit heute in die Welt der Kopffüßer ein. Unter dem Jahresthema „Kraken & Konsorten“ werfen sie einen Blick in die Welt der hoch spezialisierten Kraken, Kalmare und Sepien. Ihre außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit und Intelligenz beeindrucke seit Jahrzehnten die Forschung und Wissenschaft, sagte Museumsdirektor Harald Benke zur Eröffnung.

Die Einrichtungen führen die Besucher in die Vergangenheit, als vor Millionen Jahren die Kopffüßer mit bis zu 40 000 Arten die Meere beherrschten. Sie stellen Krake, Kalmar, Sepien sowie Nautilus vor, die bis heute mit rund 800 Arten in den Ozeanen vertreten sind. „Die Kopffüßer haben das Leben in den Meeren bis zum Ende der Kreidezeit geprägt. Sie waren die alles bestimmenden Räuber“, sagte die Meeresbiologin Dorit Liebers-Helbig.

Das Meeresmuseum widmet sich den Ammoniten, einer bestimmenden Kopffüßer-Gruppe in Urzeiten. Hingucker ist ein 80 Millionen Jahre alter Riesenammonit, der mit seinem Durchmesser von 1,36 Meter zu den größten gehört, die weltweit gefunden wurden. Zusammen mit anderen Exemplaren aus Norddeutschland hat das Meeresmuseum einen Ammonitenwald arrangiert. Zeitgleich mit den Dinosauriern seien sie vor 65 Millionen Jahren in Zeiten großklimatischer Veränderungen ausgestorben, sagte Liebers-Helbig. Ihnen sei ihr Größenwahnsinn zum Verhängnis geworden. Als gemächliche Schwimmer hätten sie keine Chance gegenüber den agilen Wirbeltieren wie Fischen und Haien gehabt.

In den Aquarien des Meeresmuseums sind heutige Vertreter der Kopffüßer wie Kraken, Sepien und Perlboote (Nautiliden) zu sehen – die letzte Gruppe ist in den tropischen Gebieten des Pazifiks und Indischen Ozeans beheimatet.

Das Ozeaneum klärt über die Unterschiede der Kopffüßer auf. „Wir wollen, dass die Besucher die diese faszinierenden Tiere besser kennen lernen“, sagt Ausstellungsleiterin Sabine Brasse. Wer verbirgt sich hinter der Bezeichnung Tintenfisch, die noch heute sehr unterschiedlich verwendet wird? Warum haben Kraken acht und Kalmare zehn Arme? Auch auf den Mechanismus der Tintenproduktion über eine Drüse – ein Mittel den Gegner zu verwirren – geht die Ausstellung ein.

In den vergangenen Jahren legte das Meeresmuseum mit „Kein Plastikmüll im Meer“ und „Expedition Tiefsee“ den Schwerpunkt auf zwei andere Themen. Die Strategie, jedes Jahr einen interessanten Aspekt aus der Meereswelt in den Fokus zu stellen, ist aufgegangen. Nach Angaben des Museums hat allein das Jahresthema „Expedition Tiefsee“ dazu beigetragen, dass 2015 der Anteil der Wiederholungsbesucher im Ozeaneum von 19 auf 26,5 Prozent gestiegen ist.

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