Kraftstoff aus Holz für Autos

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25. Mai 2009, 08:42 Uhr

Rostock | Schon in einem Jahr könnten die ersten Serienautos mit synthetischem Kraftstoff vor allem aus Holzhackschnitzeln fahren. Auf dem Europäischen Köhlertreffen gestern in Rostock wurde ein Verfahren der Pytec GmbH Lüneburg vorgestellt, das bereits zur Produktionsreife gebracht wurde. Dabei wird Biomasse in einem mehrstufigen Verfahren zu Kraftstoffen verflüssigt.

Das Interesse der Automobilindustrie sei auch in Deutschland groß, sagte Dietrich Meier vom Bundesforschungsinstitut für Holztechnologie und Holzbiologie in Hamburg.

Für den synthetischen Kraftstoff wird Biomasse verflüssigt und das Rohmaterial anschließend in Katalyseverfahren zu gewünschten Kraftstoffqualitäten an der Zapfsäule verfeinert. Holz als Kraftstoff für Autos bewähre sich bereits seit Jahrzehnten, sagte ein Sprecher des Europäischen Köhlerverbandes. So gebe es Nutzfahrzeuge, die mit Holzgas angetrieben werden. Auch auf dem Rostocker Köhlerhof ist ein 70 Jahre alter Trecker im Einsatz, der mit einer Wäscheladung Holzschnitzel mehr als eine Stunde seine Runden dreht.

Rund 130 Köhler und Wissenschaftler hatten sich in Rostock auf Einladung des Köhlerhofes sowohl über Entwicklungstendenzen der Köhlerei als auch über die Traditionspflege verständigt. Der Köhlerberuf gehört den Angaben zufolge zu den ältesten der Welt. Vorrangiges Ziel war es ehemals, mit der gewonnenen Holzkohle Wärme zu erzeugen. Später wurde Holzkohle auch zum Schmelzen von Erzen für die Eisengewinnung wichtig. In Rostock-Wiet hagen steht der europaweit einzige noch erhaltene und funktionstüchtige Schwelofen, der neben Holzkohle auch Holzteer produziert.

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