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Schulen MV : Kostenloser Schülerbus: Nicht alle profitieren

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Übernahme der Schulwegkosten hat einen Haken, mahnt der Bürgerbeauftragte.

svz.de von
erstellt am 16.Jan.2017 | 06:00 Uhr

Die geplante Übernahme der Schulwegkosten in den kreisfreien Städten Rostock und Schwerin geht dem Bürgerbeauftragten des Landes, Matthias Crone, nicht weit genug. „In den Städten werden viele Schüler leider nicht profitieren“, sagte er. Grund sei, dass die Fahrkarten nur dann erstattet werden, wenn das Kind die örtlich zuständige Schule besucht.

Dazu müssten in Rostock und Schwerin erst einmal Einzugsbereiche für die Schulen gebildet werden. Bisher gab es diese nicht, so dass ein Aufnahmeanspruch an jeder öffentlichen Schule – je nach Kapazität – bestand. Crone geht deshalb davon aus, dass viele Schüler nicht im neu festgelegten Einzugsbereich ihrer Schule wohnen. „Schüler schon bestehender Klassen werden in diesem Punkt demnächst unterschiedlich behandelt“, befürchtet er. Hinzu komme, dass die Schüler von freien Schulen ohnehin leer ausgingen, selbst wenn dies die nächstgelegene Schule sein sollte.

Der Bürgerbeauftragte sprach sich dafür aus, die gesetzlichen Kostenregelungen für die Beförderung aller Schüler zu verbessern. „Zurzeit wird die Beförderung zur örtlich zuständigen Schule komplett kostenlos gestaltet, bei der Beförderung zu einer Wahlschule müssen im schlimmsten Fall die Eltern alle Kosten tragen“, sagte er.

Freiheit der Schulwahl dürfe keine Freiheit nur für Wohlhabende sein, hatte Crone schon vor einiger Zeit gemahnt.

Der Bürgerbeauftragte sieht auch Nachholbedarf bei der Mobilität der Schüler am Nachmittag. „Es geht nicht nur um den Schulweg. Es geht auch um die Beförderung in der Freizeit“, sagte er. Geld sollte gebündelt werden, um den Schülern aller Schulen günstigere Zeitkarten und Verbindungen anbieten zu können.

Die Ausweitung des kostenlosen Schülertransports von den Landkreisen auf die beiden kreisfreien Städte in Mecklenburg-Vorpommern war am vergangenen Dienstag vom Kabinett in Schwerin beschlossen worden. Der Landtag soll sich ab Ende Januar mit dem Entwurf zur Änderung des Schulgesetzes befassen.

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