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Kosten steigen, aber Verband will beide Schulen erhalten

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erstellt am 11.Jan.2012 | 06:31 Uhr

Lenzen/Lanz | Sinkende Schülerzahlen im Amt Lenzen-Elbtalaue und steigende Kosten für alle Gemeinden zur Finanzierung der Schulen - das ist die aktuelle Situation. Dass dennoch beide Grundschulen in Lenzen und Lanz mittelfristig gesichert sind, sagt Harald Pohle, Vorsitzender des Schulverbandes. Der Landkreis hingegen hatte zunächst öffentlich im Schulentwicklungsplan bis 2017 eine veränderte Schulstruktur vorgeschlagen.

Der Schulverband sollte prüfen, ob eine Aufteilung der Jahrgangsstufen 1-6 auf die beiden Standorte eine Option darstellt. Diesem Wortlaut hatte der kreisliche Schulausschuss zugestimmt. Nach Intervention durch Harald Pohle, wurde dieser Passus vor der Kreistagssitzung im Dezember herausgenommen.

"Diese Option war nicht zu verstehen. Nach der neuen Formulierung gelten beide Standorte als mittelfristig gesichert", sagt Harald Pohle. Die Einschulungszahlen bewegen sich bis zum Jahr 2016/17 in Lenzen zwischen 18 und 16 Schülern, in Lanz liegen sie zwischen 19 und 9. Damit sei keine der beiden Schulen gefährdet, zumal sie beide den Status "Kleine Grundschule" haben, somit zeitweilig vorgeschriebene Mindestschülerzahlen unterschreiten dürfen, erklärt Pohle.

Dennoch wird es einen Rückgang der Schülerzahlen geben. In Lanz fällt er stärker aus. Dort sind es laut Prognose 2016 nur noch 78 Schüler, statt der jetzt 95. In Lenzen sinkt ihre Zahl leicht von 91 auf 87. Das hat teils erhebliche Auswirkungen auf die Haushalte der Gemeinden. Sie mussten schon im vergangenen Jahr so viel Geld pro Monat und Schüler zahlen wie nie zuvor: 109,66 Euro. Im Jahr davor waren es 86,59 Euro. Im Jahr 2000 waren es gar nur 28,64 Euro. Seitdem ist die Schülerzahl aber auch von 463 auf jetzt 182 gesunken.

Diese Mehrkosten hatten die Gemeinden nicht eingeplant, was aus den Erläuterungen zum Haushaltsentwurf des Schulverbandes hervorgeht. Das mussten sie nachholen. Für die Stadt Lenzen bedeutet dies eine außerplanmäßige Ausgabe von 20 600 Euro. Ihre Umlage an den Schulverband stiegt von 90 000 auf 110 600 Euro. Cumlosen muss 13 700 Euro mehr aufbringen, Lanz 5900 und Lenzerwische 3100 Euro.

Trotz dieser Mehrkosten sind bis 2014 weder Investitionen noch umfangreiche Werterhaltungsmaßnahmen in den Schulgebäuden geplant. Sorgfältig wolle der Verband jedoch Maßnahmen prüfen, um den Energieverbrauch an der Schule Lanz zu reduzieren, kündigt Harald Pohle an. Dass die Kosten pro Schüler weiter steigen werden, daran gebe es keinen Zweifel: "Die Kosten sinken nicht im Verhältnis der Schülerzahlen, ganz im Gegenteil ist aufgrund des vorliegenden Unterhaltungsstaus und der Entwicklung der Bewirtschaftungskosten eine weitere Erhöhung zu erwarten", heißt es in den Erläuterungen zum Haushalt.

Als Fass ohne Boden erweist sich die Mehrzweckhalle in Lenzen, die sich ebenfalls in Trägerschaft des Schulverbandes befindet. Sie kostet pro Jahr 65 300 Euro. Dem gegenüber stehen aber nur Einnahmen aus Nutzungsgebühren von rund 2200 Euro.

So teuer die Umlage auch sein mag, dennoch müssen beide Schulstandorte gehalten werden, betont Lenzens Bürgermeister Christian Steinkopf als größter Geldgeber. "Die Kostenlast dürfen wir nicht auf dem Rücken der Kinder sanieren", sagt er.

Eine Aufteilung der Klassen, wie es der Kreis vorschlug, bringe nichts. Die Schließung von Lanz würde Familien vertreiben und wer bleibt, mute seinen Kindern längere Fahrwege zu. "Wir haben die Schule in Lenzen saniert und das schaffen wir auch in Lanz", gibt sich Steinkopf zuversichtlich.


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