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Mecklenburg-Vorpommern

18. Oktober 2017 | 17:01 Uhr

MV : Kosten für Kinderbetreuung gestiegen

vom
Aus der Onlineredaktion

Landesausgaben für Kinderbetreuung wachsen – Elternbeiträge auch. Linke fordert kostenfreie Kitas

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Die Kosten für die Kinderbetreuung sind in den meisten Landkreisen und auch in Rostock im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen, unterscheiden sich regional aber beträchtlich. So differieren die Elternbeiträge für Krippenplätze im Mittel um bis zu 44 Prozent, bei Kindergärten um 51 Prozent. Wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion weiter hervorgeht, liegt Schwerin mit einem Mittelwert von monatlich fast 369 Euro für Krippe und knapp 207 Euro für Kindergarten landesweit an der Spitze. Allerdings würden die Summen durch die Kosten für die 24-Stunden-Kita in der Landeshauptstadt nach oben gedrückt, betonte ein Sprecher des Sozialministeriums gestern in Schwerin.

Die günstigsten Elternbeiträge bietet den vorgelegten Tabellen zufolge der Landkreis Rostock mit 255 Euro für den Krippen- und 137 Euro für den Kita-Platz. Ähnliche Beiträge werden auch an der Mecklenburgischen Seenplatte und in der Stadt Rostock erhoben. Die Mittelwerte seien aus dem jeweils höchsten und niedrigsten Beitrag berechnet worden und könnten somit von den realen Durchschnittsbeiträgen abweichen, hieß es.

Jacqueline Bernhardt von der Landtags-Linksfraktion nahm die nun vorgelegten Daten zum Anlass, die Umstellung des Finanzierungssystems in der Kindertagesbetreuung zu fordern. Das Land müsse deutlich mehr Verantwortung übernehmen und für mehr Verlässlichkeit sorgen. „Es wird höchste Zeit, die Kindertagesbetreuung endlich für Eltern kostenfrei zu gestalten. Andere Bundesländer machen es vor“, betonte Bernhardt.

Bislang müssten Wohnsitzgemeinden und Eltern die steigenden Kosten auffangen. Kontinuierlich steigende Elternbeiträge würden zu großen Unsicherheiten und Frust bei den Eltern führen. Die von SPD und CDU angekündigte Beitragsentlastung von 50 Euro ab dem Jahr 2018 sei lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein: „Sie wird von den Kostensteigerungen der vergangenen Jahre praktisch aufgefressen“, so die Oppositionspolitikerin. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hingegen sieht die 50 Euro als einen Schritt auf dem Weg zu dem auch von der SPD verfolgten Ziel einer kostenfreien Kinderbetreuung.

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