Fischerei : Kormorane: 1000 Brutpaare sollen sterben

Kormorane werden für Schäden unter der Fischpopulation verantwortlich gemacht.
Kormorane werden für Schäden unter der Fischpopulation verantwortlich gemacht.

Binnenfischer klagen über wachsende Verluste durch die fischfressenden Vögel. Nun soll den „Räubern“ Einhalt geboten werden

svz.de von
07. März 2016, 21:00 Uhr

Die Binnenfischer im Land klagen seit Jahren über wachsende Verluste durch die fischfressenden Vögel. Eine Studie zeige nun, dass Kormorane auch in küstennahen Gewässern wie dem Stettiner Haff deutliche Schäden unter der Fischpopulation anrichteten. Der Bestand der „Fischräuber“ wird im Nordosten mit bis zu 14 000 Brutpaaren in großen Kolonien angegeben. Agrarminister Till Backhaus (SPD) sagte gestern den Binnenfischern eine Verringerung der Population zu. „Man kann ohne Weiteres 1000 Brutpaare rausnehmen, ohne dass die Population gefährdet ist“, sagte Backhaus auf der Jahrestagung der Binnenfischer in Waren an der Müritz. Der genehmigte Vergrämungsabschuss von jungen Brutpaaren ist in MV in der Komoranlandesverordnung geregelt. Zudem können bei den unteren Naturschutzbehörden Sondergenehmigungen erlangt werden.

Der CDU-Europaabgeordnete Werner Kuhn erklärte, dass es für den Kormoran kaum eine EU-weite Lösung geben werde. Frankreich und Dänemark gingen deutlich drastischer vor und hätten kaum Interesse an einem europäischen Plan.

Durch den Tourismus sei die wirtschaftliche Lage der 220 Binnenfischer aber weitgehend stabil, erklärte Backhaus. Allerdings sei das Jahr 2015 für die Branche eher „ein durchschnittliches Jahr“ gewesen, sagte Verbandspräsident Ulrich Paetsch. Nur vom Fang könne kein Fischer mehr leben. „Unsere Arbeit hängt immer mehr von der touristischen Saison ab“, sagte Ulrich Paetsch. Beispiele seien Vermietung von Ferienwohnungen, Fischgastronomie und wachsender Angeltourismus.

Dem stünden weitere Schwierigkeiten entgegen. So berichtete Fischerin Sabine Reimer-Meißner, wie sie mit Hilfe des Landkreises Ruderboote auf einem von ihr bewirtschafteten See zulassen wollte. „Das zuständige Umweltamt sagte, ich müsse erst eine Umweltverträglichkeitsprüfung für rund 30 000 Euro machen lassen“, sagte die Fischerin. Agrarminister Backhaus versprach, den Fall zu prüfen.

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