Zukunft Landwirtschaft MV : Korb für den Agrarminister

<fettakgl>BUND-Chefin</fettakgl> Corinna Cwielag<foto>REd</foto>
1 von 1
BUND-Chefin Corinna CwielagREd

Umweltschützer, Tierschützer und Ökobauern wollen vorerst nicht mehr mitmachen, wenn Agrarminister Backhaus Experten über die Zukunft der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern diskutieren lässt.

svz.de von
23. Januar 2013, 11:14 Uhr

Schwerin | Umweltschützer, Tierschützer und Ökobauern wollen vorerst nicht mehr mitmachen, wenn Agrarminister Till Backhaus (SPD) Experten über die Zukunft der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern diskutieren lässt. Denn die bislang schriftlich festgehaltenen Ergebnisse einer im vergangenen Jahr berufenen Kommission "geben nicht die Meinung vieler Kommissionsmitglieder wieder", sagte die Landesgeschäftsführerin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Corinna Cwielag gestern in Schwerin. Das Papier soll morgen als erster Entwurf für einen "Masterplan Landwirtschaft" auf der Grünen Woche vorgestellt werden.

Es wimmele darin, so Cwielag, vor Allgemeinplätzen wie: "Bäuerliche Verantwortung im Dorf kennzeichnet die Landwirtschaft von morgen." Andererseits fehlten zum Beispiel eine klare Abkehr von der Gentechnik und konkrete Vorschläge, wie in Mecklenburg-Vorpommern eine nachhaltige Landwirtschaft entwickelt werden kann. Indirekt warfen die Umweltschützer der Kommission auch Einseitigkeit und Schönfärberei vor. Denn die hiesige Landwirtschaft sei keineswegs wirtschaftlich so erfolgreich, wie es von Backhaus und dem Bauernverband oft behauptet werde.

Der Vorsitzende der Masterplan-Kommission, der ehemalige Bildungsminister Hans-Robert Metelmann (SPD), versuchte die Gemüter zu beruhigen. In dem Papier seien vorerst nur Gemeinsamkeiten aufgenommen worden. "Es stellt lediglich einen zur Diskussion stehenden Zwischenstand dar und erhebt keinen Anspruch auf ein bereits fertiges Papier." Das solle erst im September vorgelegt werden. Agrarminister Backhaus appellierte an die Masterplan-Kritiker, ein so "ambitioniertes Ziel" brauche "ein Miteinander der Mitglieder und kein Gegeneinander, damit alle Menschen und das ganze Land davon profitieren könnten."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen