Barmer : Kopfschmerz trifft zunehmend Jüngere

 
 

Bereits jeder Siebte zwischen 18 und 27 Jahren ist damit in Behandlung

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18. September 2017, 05:00 Uhr

Es sticht, pocht oder dröhnt unter der Schädeldecke – und das zunehmend auch schon bei jüngeren Menschen: In Mecklenburg-Vorpommern ist bereits jeder siebte junge Erwachsene (14,4 Prozent) im Alter zwischen 18 und 27 Jahren mit Kopfschmerzen oder einer Migräne in ärztlicher Behandlung. Das geht aus Abrechnungsdaten der Barmer hervor. Über alle Altersgruppen hinweg ist demnach beinahe jeder Zehnte (9,61 Prozent) hierzulande betroffen.

Eine Erklärung dafür, dass gerade junge Menschen besonders oft an Kopfschmerzen leiden, können auch die verantwortlichen der Krankenkasse nicht geben. „Möglicherweise ist der Leistungsdruck gerade in dieser Lebensphase besonders hoch“, vermutet der Landesgeschäftsführer der Barmer, Henning Kutzbach. Er befürchtet zudem eine weitaus höhere Dunkelziffer, weil viele Kopfschmerz-Patienten erst spät zum Arzt gehen und sich lange Zeit selbst mit rezeptfreier Arznei zu behandeln versuchen.

„Wer Kopfschmerztabletten regelmäßig oder gar übermäßig nimmt, riskiert leicht seine Gesundheit“, warnt Henning Kutzbach. Das gelte für Menschen aller Altersgruppen gleichermaßen. Besonders bedenklich sei, dass sich immer mehr Kinder und Jugendliche gesundheitlichen Gefahren durch unkontrollierten Medikamentenkonsum aussetzen: So nehmen nach einer repräsentativen Umfrage der Barmer bereits 40 Prozent der 9- bis 19-Jährigen gelegentlich Tabletten, wenn sie Kopfschmerzen haben. 42 Prozent bekämpften den Schmerz sogar jedes Mal mit Arzneimitteln.

Regional gibt es durchaus Schwankungen bei der Häufigkeit von Kopfschmerzen. Während sich in Schwerin (17,9 Prozent) und Neubrandenburg (17,4 Prozent) die meisten 18- bis 27-Jährigen mit entsprechenden Diagnosen in ärztliche Behandlung begaben, waren es in Bad Doberan (11,7 Prozent) und auf Rügen (11,8 Prozent) die wenigsten.

Bundesweit ist allein im Zeitraum von 2005 bis 2015 der Anteil der 18- bis 27-Jährigen mit Kopfschmerzdiagnosen um 42 Prozent gestiegen. Das ist Kutzbach zufolge umso bedenklicher vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Diagnosen über alle Altersklassen hinweg ,nur‘ um 12,4 Prozent zugenommen hat. Die Krankenkasse rät zu präventiven Maßnahmen von Sport über Entspannungstechniken bis hin zur gesunden Lebensführung.

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